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Neue US-Studie: Flüssiggas ist klimaschädlicher als Kohle

Archivmeldung vom 04.07.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.07.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Flüssiggastanker auf dem Nord-Ostsee-Kanal
Flüssiggastanker auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Foto: Nightflyer
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Während der Kohleausstieg in Deutschland beschlossene Sache ist, wird der Bau von Flüssiggas-Terminals staatlich gefördert. Dabei ist dieses „LNG“-Gas klimaschädlicher als Kohle, wie ausgerechnet eine neue US-Studie belegt. Dies teilt das russische online Magazin "Sputnik" mit.

Weiter ist hierzu auf deren deutschen Webseite zu lesen: "Eine neue Studie hat die Ökobilanz des LNG („Liquefied Natural Gas“, englisch für Verflüssigtes Erdgas) ermittelt und kommt zu dem Ergebnis, dass diese sogar noch schlechter als die von Kohle sei. Rechne man Förderung und Transport mit ein, übertreffe der Ausstoß von CO2 bei Flüssiggas den von Kohle, heißt es in einer neuen Studie der Forschungsgruppe Global Energy Monitors. Der in den USA ansässigen Vereinigung gehören internationale Forscher an, die die Auswirkung von fossilen im Vergleich zu alternativen Energieformen untersuchen. Die neue Studie nennt sich „The New Gas Boom“ und wurde von den US-Experten Ted Nace, Lydia Plante und James Browning erstellt.

In der Studie heißt es, dass der Großteil des weltweit verwendeten Flüssiggases aus den USA stamme und dort durch das umstrittene Fracking-Verfahren gewonnen wird. Beim Fracking wird nach einer Bohrung unter hohem Druck eine Flüssigkeit in den Boden gepresst, die das Gas nach oben spült. Diese Methode gilt als stark umweltschädlich, führt zu Verunreinigungen von Wasser und Böden und verstärkt zu Treibhausgas-Emissionen. Auch Erdbeben treten häufiger auf aufgrund von Unterspülung des Erdreichs. In Deutschland ist kommerzielles Fracking verboten.

Unabhängig von der ursprünglichen Gewinnungsmethode, muss zur Herstellung von LNG das Gas auf minus 162 Grad heruntergekühlt werden. So wird das Volumen deutlich verringert, damit es in gekühltem Zustand mit Spezialschiffen über die Weltmeere zu speziellen LNG-Terminals transportieret werden kann, wo das Gas zur weiteren Verwendung wieder erwärmt wird. Solche Terminals gibt es bereits zuhauf in Europa, jedoch nicht in Deutschland. Im Zuge eines Deals der EU mit der Trump-Administration und später direkt zwischen dem deutschen Wirtschaftsministerium und den entsprechenden US-Einrichtungen wurde der staatlich geförderte Bau von wahrscheinlich zwei deutschen LNG-Terminals beschlossen. Der erste Flüssiggas-Hafen soll im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel entstehen und etwa eine halbe Milliarde Euro kosten.

In der US-Studie wird davor gewarnt, weitere LNG-Terminals zu bauen, da die bisher gebauten noch bei weitem nicht ausgelastet sind.

Flüssiggas wird meist nur Alternative zu russischem Erdgas diskutiert. Selten findet der Umweltaspekt Beachtung. Hier punktet Erdgas nicht nur bei der Gewinnung, sondern auch beim Transport gegenüber Flüssiggas.

Russisches Erdgas wird auf konventionelle Weise durch Bohrungen gewonnen, die auch keine makellose Öko-Bilanz haben, aber doch einen deutlich geringeren CO2-Abdruck als Fracking-Gas. Dazu kommt der Transport. Hierfür muss einmalig eine Röhrenleitung verlegt werden, wie zum Beispiel die Pipeline Nord Stream, die dann mehrere Jahrzehnte genutzt werden kann. Das Gas wird hierbei in seiner natürlichen Form transportiert. Es fallen keine Emissionen und Wasserverunreinigungen an wie bei dem Transport auf Spezialschiffen.

Ein steigender Anteil an LNG-Gas am Energiemix würde die CO2-Bilanz Deutschlands verschlechtern und die Einhaltung der Pariser Klimaziele gefährden. Bisher wurde dieser Aspekt von Regierungsseite nicht kommentiert.

In der US-Studie wird argumentiert, dass man mit der Förderung von LNG-Gas nur eine fossile Energiequelle mit einer anderen ersetzen würde. In Bezug auf die CO2-Bilanz sei dies Augenwischerei. Wörtlich heißt es in der Studie: „Alte Kohle-Infrastruktur mit neuer Gas-Infrastruktur zu ersetzen ergibt nur einen neuen fossilen Energiekreislauf, durch den die Umstellung des gesamten Systems (der Energiegewinnung, Anm. d. Red.) um weitere 40 Jahre zurückgeworfen wird. So ein Ergebnis wäre inkompatibel mit dem Ziel, fossile Emission bis 2050 auf null zu bringen.“

Die Gasversorgung in Deutschland erfolgt derzeit ausschließlich durch Pipelinegas, vor allem aus Russland. Ein wichtiger Aspekt ist hier neben der vorhandenen Pipeline-Infrastruktur der Preisvorteil von Erdgas, das im Moment etwa 25 Prozent billiger ist als LNG-Gas. Politisch soll nun in den Wettbewerb eingegriffen werden, indem in einem ersten Schritt staatlich gefördert LNG-Terminals vor allem zum Import US-amerikanischen Fracking-Gases gebaut werden. Den USA geht dies jedoch nicht weit genug. So möchte die Trump-Administration die im Bau befindliche neue russischeverhindern und mit Sanktionen belegen, um den Import russischen Erdgases nach Europa zu verkleinern oder zumindest zu verteuern. In dem entsprechenden Sanktionsgesetz wird explizit erwähnt, dass dies dem verstärkten Export von US-Flüssiggas nach Europa dienen soll."

Quelle: Sputnik (Deutschland)


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