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Tierschützer verklagen Zoo Duisburg - Größter Delfinfriedhof Europas?

Archivmeldung vom 03.11.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.11.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Cigdem Büyüktokatli  / pixelio.de
Bild: Cigdem Büyüktokatli / pixelio.de

Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) im westfälischen Hagen hat jetzt mit Unterstützung von ProWal gegen die Stadt Duisburg mit seinem Zoo Klage eingereicht. Seit Jahren versucht der WDSF-Geschäftsführer aufgrund des Umweltinformationsgesetzes (UIG) vergeblich Unterlagen über die Haltungsbedingungen der Delfine zu erhalten.

Eine Akteneinsicht wurde bisher von der Stadt mit der Begründung abgelehnt, dass keine entsprechenden Unterlagen vorlägen und dass es sich nicht um auskunftspflichtige Umweltinformationen handele. Der Verwaltungsgerichtshof in München hat kürzlich allerdings bestätigt, dass ein Zoo mit seinem Delfinarium dem Umweltinformationsgesetz unterliegt und damit auskunftspflichtig ist. Die Rechtsposition der Stadt Duisburg ist daher sehr fraglich.

Das NRW-Umweltministerium bestätigte den Tierschützern, dass in den letzten 20 Jahren 15 Delfine im Duisburger Delfinarium verstorben sind, davon neun Delfinbabys. Die beiden Tierschutz-Organisationen ProWal und WDSF vermuten jedoch insgesamt mehr als 60 verstorbene Meeressäuger im Duisburger Delfinarium. Der Zoo schweigt sich dazu aus.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Duisburg ist wahrscheinlich der größte Delfinfriedhof Europas. Der Duisburger Zoodirektor Achim Winkler züchtet seine Delfine auf Teufel komm raus, bisher allerdings weitgehend vergeblich. Die Delfinbabys werden niemals in den Genuss von Freiheit kommen und stattdessen für Show-Zwecke missbraucht." Andreas Morlok von ProWal: "Delfine in Gefangenschaft kennen nur Fische, die aus der Luft in ihr Maul fliegen. Mit artgerechter Haltung hat der ganze Rummel absolut nichts zu tun."

Nachdem in Duisburg kürzlich drei Delfin-Nachzuchten präsentiert wurden, vermuten die Delfinschützer, dass es sich um künstliche Befruchtungen gehandelt hat. Das jedoch würde nicht der EU-Zoo-Richtlinie entsprechen.

Der Duisburger Zoo hatte im Jahr 2010 über 140.000 Besucher weniger als im Vorjahr. Die beiden Tierschutzorganisationen führen das auf ihre Aktionen mit über 50.000 verteilten Flyern zurück, der Zoo argumentiert mit "besucherunfreundlicher Witterung". Die Stadt Duisburg musste den Zoo in den letzten Jahren jeweils mit rund 2,2 Millionen Euro unterstützen.

Quelle: Journal Society GmbH (ots)

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