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Bootsanstriche sollen Gewässer nicht mehr unnötig belasten

Archivmeldung vom 25.05.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Biofouling am Schiffsrumpf
Quelle: gulfu photography/Getty Images (idw)
Biofouling am Schiffsrumpf Quelle: gulfu photography/Getty Images (idw)

Wissenschaftler der BfG haben untersucht, wie sich die Biozidbelastung deutscher Gewässer reduzieren lässt. Dazu gehört ein Leitfaden, der es den Bootsbesitzern erleichtern soll, die Gewässer zu schonen.

Im Sommer locken das schöne Wetter und die angenehmen Temperaturen viele Bootsbesitzer auf das Wasser. Die Mehrheit fährt dabei auf Flüssen, Seen und Kanälen – 70 % der Sportboote haben ihr Revier im Binnenbereich. Doch je länger die Boote im Wasser sind, desto anfälliger sind ihre Rümpfe für Bewuchs durch Algen oder Muscheln, das sogenannte Biofouling. Mögliche Auswirkungen: Invasive Arten können sich verbreiten, aber auch der Strömungswiderstand der Boote nimmt deutlich zu. Sie werden langsamer und verbrauchen mehr Kraftstoff.

Um das Biofouling zu verhindern, kommen sogenannte Antifouling-Beschichtungen zum Einsatz. Sie enthalten oft Biozide, die unterbinden, dass sich Organismen ansiedeln. Bis zum Verbot im Jahr 2008 verwendeten zahlreiche Hersteller Tributylzinn (TBT). Danach drängten vermehrt Anstriche auf Kupferbasis auf den Markt. Im Vergleich zu TBT hat Kupfer jedoch eine geringere Wirkungsbreite, weshalb den Anstrichen zum Teil Co-Biozide beigemischt werden. Diese sind durch ihre toxische Wirkung auf Kleinstlebewesen allerdings nicht unbedenklich. Besonders kritisch hierbei: Im Wasser lösen sich die Biozide aus den Bootsanstrichen heraus. Einige Gewässer weisen bereits erhöhte Konzentrationen dieser Substanzen auf. In Deutschland gibt es bislang jedoch nur in einigen Regionen Einschränkungen zur Verwendung biozidhaltiger Anstriche.

Und genau hier setzt das Projekt „Minimierung von Umweltrisiken der Antifouling-Schiffsanstriche in Deutschland“ an, das vom Umweltbundesamt (UBA) initiiert und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) finanzierte wurde. Die BfG hat im Rahmen des Projekts unter anderem ein Werkzeug für die Risikoabschätzung bei der Produktzulassung von Antifouling-Anstrichen entwickelt: Mit Hilfe eines neuen Szenarios kann das UBA bei der Umwelt-Risikobewertung von Antifouling-Produkten jetzt die höchsten zu erwartenden Wirkstoffkonzentrationen für Sportboothäfen in deutschen Binnengewässern abschätzen. Außerdem hat die BfG zusammen mit dem UBA alle im Projekt gewonnenen Erkenntnisse in einem Leitfaden zum besseren Umgang mit Antifouling-Produkten zusammengefasst. Der Leitfaden enthält Informationen zu Antifouling und den Umweltrisiken, die durch Antifouling-Produkte entstehen. Wesentlicher Bestandteil ist dabei ein Maßnahmenkatalog. Hier werden zahlreiche Möglichkeiten vorgestellt, mit denen Bootsbesitzer Umweltrisiken durch biozidhaltige Antifouling-Produkte vermindern können. Darunter fallen zum Beispiel die Auswahl eines geeigneten, wenn möglich biozidfreien Produkts, die Gestaltung und Ausstattung des Arbeitsplatzes während der Bootswartung sowie das professionelle Auftragen und Entfernen der Antifouling-Beschichtung.

Mit dem Projekt schlägt die BfG Lösungsansätze vor, mit denen alle beteiligten Akteure die Umweltrisiken bei der Verwendung biozidhaltiger Antifouling-Produkte so weit wie möglich minimieren können. Gleichzeitig trägt die BfG damit zu einer nachhaltigen Nutzung der deutschen Binnengewässer bei.

Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde (idw)

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