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Südafrika: Wissenschaftler wollen Aussterben von Buckeldelfinen verhindern

Archivmeldung vom 15.10.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.10.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bleifarbener Delfin mit der aufälligen „tattoo skin disease“. Foto: Brett Atkins
Bleifarbener Delfin mit der aufälligen „tattoo skin disease“. Foto: Brett Atkins

Vor Südafrika erkranken immer mehr Bleifarbene Delfine. Sie leiden unter Hautinfektionen, wie der „tattoo skin disease“ oder Lobomycosis. Die Krankheiten werden von Pokenviren und Pilzen ausgelöst. Darauf machte das „SouSA Consortium“ anlässlich der „Nationalen Woche der Meere“ in Südafrika aufmerksam.

Das „SouSA Consortium“ ist eine einzigartige Initiative von 16 südafrikanischen Meeressäugerspezialisten. Gemeinsam wollen sie die letzten Bleifarbenen Delfine des Landes retten. Von der zu den Buckelfinen zählenden Delfinart (Sousa plumbea) gibt es in Südafrika aktuell nur noch etwa 500 Exemplare.

Die Gruppe der in 12 Universitäten und Forschungsinstituten arbeitenden Wissenschaftler wurde 2016 gegründet. Ihr Name leitet sich vom Gattungsnamen der Buckeldelfine, Sousa, ab. Alle der vier derzeit anerkannten Sousa-Arten sind vom Aussterben bedroht.

„Wir haben uns zusammengeschlossen, um systematisch Forschungsergebnisse zusammenzutragen. Gemeinsam wollen wir Lösungen finden, um das Aussterben der Bleifarbenen Delfine in Südafrika zu verhindern“, sagt Dr. Simon Elwen vom Säugetierforschungsinstitut der Universität Pretoria.

Landesweite Datenerfassung über den Zustand der Population
Ursache der auffälligen Veränderungen der Haut sind wahrscheinlich belastete Abwässer aus der Landwirtschaft, die das Immunsystem der Meeressäuger schwächen. Unter Leitung von Dr. Stephanie Plön von der Nelson Mandela University in Port Elizabeth fassen die Wissenschaftler landesweit alle verfügbaren Daten über Hautkrankheiten, Verletzungen und anderer Leiden von Bleifarbenen Delfinen zusammen.

Unterstützung erhalten sie dabei von der weltweit führenden Expertin für Hauterkrankungen bei Meeressäugern, der Tierärztin Dr. Marie-Francoise van Bressem vom Zentrum für Meeressäugerforschung aus Peru.

Scheue Cousins von „Flipper“

Buckeldelfine sind weitaus weniger erforscht und viel scheuer als die sehr viel bekannteren und neugierigen Großen Tümmler (Tursiops truncatus). Sie sind zwischen 2m und 3m groß, bis zu 200kg schwer und haben eine lange, schlanke Schnauze. Wie Buckelwale haben sie in der Mitte ihres massigen Körpers einen charakteristischen Rückenbuckel. Ihre Körperfarbe variiert stark: von Braun oder Hellgrau, bis zu Rosa und Weiß.

Buckeldelfine leben sehr küstennah. Dadurch sind sie besonders exponiert gegenüber negativen menschlichen Einflüssen, wie Küstenfischerei, der ungeklärten Einleitung von Abwässern, Schiffsverkehr oder Tourismus. Vor Madagaskar werden sie gejagt und für den menschlichen Verzehr getötet.

Die letzten 500 in Südafrika

„Das zur Verfügung stehende Fotomaterial aller Forschungsgruppen wird nun analysiert. Die Häufigkeit von Hauterkrankungen ist ein wichtiger Indikator für den Gesundheitszustand einer Delfinpopulation. Darüber hinaus fahnden wir auch nach Verletzungen durch Schiffspropeller und anderer von Menschen aber auch Haien verursachter Verletzungen bei den Tieren”, erklärt Dr. Stephanie Plön.

Ziel des „SouSA Consortium“ sind landesweite Managementpläne für effektive Schutzmaßnahmen.

Quelle: Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD)

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