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Erneuter Negativ-Rekord: Mindestens 122 Verletzte bei 76 Pferdekutschen-Unfällen in 2014

Archivmeldung vom 08.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tie. Bild: 112-magazin.de
Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tie. Bild: 112-magazin.de

Traurige Bilanz: PETA Deutschland e.V. veröffentlicht heute die Pferdekutschen-Unfallstatistik für das vergangene Jahr. Berücksichtigt wurden alle Zwischenfälle im deutschsprachigen Raum. Nachdem 2013 bereits ein Negativ-Rekord mit 50 Unfällen und 98 Verletzten verzeichnet wurde, kam es 2014 in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit insgesamt 76 Unfällen nochmal zu deutlich mehr Unglücken als im Vorjahr.

Insgesamt starben dabei zwei Menschen, 122 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Zudem kamen acht Pferde ums Leben, 17 Tiere erlitten Verletzungen. In Deutschland gab es mit 60 Unfällen und 88 Verletzten wieder die meisten Unglücke – ebenfalls ein neuer Negativ-Rekord. Angesichts der wiederholt tragischen Bilanz hat PETA das Bundesverkehrsministerium erneut in einem Schreiben aufgefordert, ein Verbot von Pferdekutschen im Straßenverkehr zu prüfen. In Rothenburg ob der Tauber wurde 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich beschlossen und vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt.

„Es ist absurd, Pferde im Straßenverkehr einzusetzen. Als Fluchttiere erschrecken sie oft schon durch geringe Störungen, bei den 76 Unfällen im Jahr 2014 war meist nur ein Geräusch der Auslöser für eine Tragödie“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V. „Die Risiken sind extrem hoch. Während für Kraftfahrzeuge höchste Sicherheitsstandards gelten, dürfen Kutschen noch wie im Mittelalter über Straßen fahren. Wir fordern ein Verbot von Pferdekutschen als Beförderungsmittel, zum Schutz von Mensch und Tier.“

Die Tierrechtsorganisation weist in ihrem Schreiben an das Bundesverkehrsministerium darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle auch auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind. Daher ist ein Vergleich mit den Unfallzahlen aus dem Kraftfahrzeugbereich nicht zielführend: Die Sicherheit motorisierter Fahrzeuge wird im Gegensatz zu Pferdekutschen ständig weiter entwickelt und aktuellen Standards angepasst.

Auch aus Tierschutzgründen ist ein Verbot notwendig. Insbesondere für Touristengespanne müssen die Tiere oft stundenlang bei Winterkälte oder Sommerhitze im lauten und gefährlichen Straßenverkehr auf hartem Asphalt stehen oder die schweren Kutschen ziehen – oft bis zum Zusammenbruch. Eine tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt.

Quelle: PETA Deutschland e.V.

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