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Deutsche Imker entsetzt über Deutschlands Abstimmungsverhalten

Archivmeldung vom 11.02.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.02.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Katharina Bregulla / pixelio.de
Bild: Katharina Bregulla / pixelio.de

Heute stimmten die EU-Mitgliedstaaten im Ministerrat über die Zulassung der gentechnisch veränderten Maissorte 1507 der Firma DuPont Pioneer ab. Die Agrochemie-Konzerne DuPont Pioneer und Dow Agrosciences haben auf gerichtlichen Wege erzwungen, dass die EU Kommission die Zulassung ihres Gen-Mais 1507 betreibt. Der Mais bildet in allen Pflanzenzellen ein Bt-Toxin, das giftig für Schadinsekten ist und sich in besonders großen Mengen auch im Pollen befindet, von dem sich die Bienen und ihre Brut ernähren. Der Gehalt ist um ein vielfaches höher als z. B. im gentechnisch veränderten Mais MON810. Dessen Anbau wurde schon 2009 von Landwirtschaftsministerin Aigner wegen ungeklärter Risiken für die Umwelt unterbunden und ist deshalb bis heute in Deutschland verboten.

Deutlich giftiger als das Bt-Toxin des Mais MON810 scheint das Toxin "Cry1F" des neuen Mais 1507 zu sein. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen in den USA (Hanley et al. (2003), Utah) war es für einen europäischen Schmetterling zu 100 Prozent tödlich.

Selbst die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat in der Vergangenheit mehrfach auf die Auswirkungen des Insektengifts auf wichtige Bestäuber und die fehlenden Datenlage für eine verlässliche Risikoabschätzung hingewiesen.

Die Ländervertreter des Vereinigten Königreichs, Schwedens und Spaniens stimmten heute für eine Zulassung der umstrittenen Pflanze. 19 Länder - unter anderem Frankreich, Italien, Österreich, Polen, die Niederlande, Lettland, Litauen, Dänemark, Malta, Luxemburg, Irland, Griechenland, Rumänien und Ungarn - haben sich gegen die Zulassung ausgesprochen.

Allerdings kam durch die Stimmenthaltung Deutschlands, Portugals, Belgiens und der Tschechischen Republik keine qualifizierte Mehrheit gegen die Zulassung zustande.

Es ist nun damit zu rechnen, dass durch die EU-Kommission, die als gentechnikfreundlich gilt, der Anbau des GVO-Maises 1507 für zulässig erklärt wird.

Sollte der Mais die EU-Zulassung erhalten, müsste als nächster Schritt die Sortenzulassung beantragt werden, was in Spanien bereits geschehen ist.

Mehrfach, zuletzt in ihrer Pressemitteilung vom 22.01.2014, haben die deutschen Imkerverbände in der Vergangenheit auf die Gefahren der Maissorte für alle Bestäuberinsekten hingewiesen und ein klares Nein zum Mais 1507 von der deutschen Regierung gefordert. "Wir verstehen unsere Politiker nicht mehr, warum sie nicht Wort halten und die überwiegende Mehrheit der Verbraucher in Deutschland, die keine Gentechnik in ihren Lebensmitteln haben will, ignorieren, obwohl dies im Koalitionsvertrag schriftlich fixiert wurde", so der Präsident des Deutschen imkerbundes e. V. (D.I.B.), Peter Maske, heute nach der Entscheidung. Denn CSU und SPD hatten sich vor der Wahl gegen Gentechnik auf dem Acker ausgesprochen.

"Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht der europäischen Verbraucher, sondern auch für die europäischen Imkerinnen und Imker. Der D.I.B. lehnt den Anbau in Deutschland vehement ab und wird sich dementsprechend mit den anderen Verbänden positionieren."

Quelle: Deutscher Imkerbund e. V. (ots)

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