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MIT-Gerät gewinnt Wasser aus Wüstenluft

Archivmeldung vom 24.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Ein paar Tropfen Wasser: aus Wüstenluft gezogen
Ein paar Tropfen Wasser: aus Wüstenluft gezogen

Bild: Wang et al., mit.edu

Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der University of California at Berkeley haben ein Gerät entwickelt, das tatsächlich Wasser aus äußerst trockener Luft gewinnen kann. Dass das funktioniert, haben jetzt Feldversuche im US-Wüstenstaat Arizona belegt. Noch ist dem Team zufolge zwar einiges an Arbeit nötig, um die Technologie auch in großem Maßstab umzusetzen. Doch könnte sie in Zukunft zur Trinkwasserversorgung in Wüstenregionen beitragen.

Wasser in der Wüste

Vor rund einem Jahr hatte das Team um Evelyn Wang, Professorin am Institut für Maschinenbau des MIT, sein Konzept zu Wassergewinnung erstmals vorgestellt. Es nutzt ein Material aus der Familie der metallorganischen Gerüste, das eine große wirksame Oberfläche hat und Wasser quasi wie ein Schwamm aus der Luft zieht. Im Gegensatz zu bisherigen Methoden, Wasser aus der Luft zu ziehen, sollte das auch bei extremen Bedingungen und sehr geringer relativer Luftfeuchtigkeit - bis hinunter zu zehn Prozent - funktionieren.

Wie das Team jetzt in "Nature Communications" berichtet, hat es dies nun in einem Feldversuch auf dem Dach eines Gebäudes der Arizona State University in der trockenen Stadt Tempe getestet. "Das hat gezeigt, dass wir tatsächlich Wasser gewinnen können, auch bei Taupunkten unter Null", sagt Wang. Der Test hat zudem belegt, dass das System tatsächlich vollkommen passiv arbeiten kann, wenn es wenig Luftfeuchtigkeit, aber viel Sonneneinstrahlung gibt. Es kommt also auch ohne Pumpen oder Kompressoren aus, die kaputtgehen könnten.

Erste Tropfen gewonnen

Beim Feldversuch kamen kompakte Prototypen zum Einsatz, die nur ein paar Milliliter Wasser geliefert haben. Das entspricht nach Schätzung des Teams in einem Tag-Nacht-Zyklus etwa einen Viertelliter Wasser pro Kilogramm Material. Nun gilt es, das Gerät hochzuskalieren und dabei die Effizienz zu steigern. "Wir hoffen auf ein System, das mehrere Liter Wasser produzieren kann", sagt Wang. Da das System trinkbares Wasser liefert, könnte es also eines Tages einen wichtigen Beitrag zur Versorgung in extrem trockenen Regionen liefern.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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