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Wildtierschutz Deutschland kritisiert Fuchsjagd während der Wintermonate

Freigeschaltet am 12.03.2019 um 09:29 durch Andre Ott
Wird der Rüde während der Paarungszeit getötet ist die Fähe während der Aufzucht der Welpen auf sich alleine gestellt. Bild: "obs/Wildtierschutz Deutschland e.V./René Schleichardt"
Wird der Rüde während der Paarungszeit getötet ist die Fähe während der Aufzucht der Welpen auf sich alleine gestellt. Bild: "obs/Wildtierschutz Deutschland e.V./René Schleichardt"

In den Vollmondnächten im Januar und Februar werden im Schwarzwald, bei Gießen oder in der Eifel bei sogenannten "Fuchswochen" so viele Füchse erschossen, wie ansonsten zu keiner Zeit des Jahres. Der meist schneebedeckte Boden ermöglicht bei Mondschein beste Nachtsicht und ... Reineke Fuchs ist ungewohnt unvorsichtig.

Während der Paarungszeit sind die Sinne auf die Fuchsdamen seines Reviers fokussiert. Das macht die Wintermonate für viele Jäger zu den Fuchsmonaten schlechthin. Tierschutzorganisationen wenden sich bereits seit Jahren gegen die Fuchsjagd in den ersten Monaten des Jahres. Nicht nur, weil Fuchsauffangstationen bereits im Februar erste, oft drei oder vier Wochen alte Fuchswelpen aufnehmen, sondern auch, weil während dieser Zeit die Fuchsväter der meist noch nicht geborenen Fuchswelpen massenweise getötet werden.

Auch in Jagdkreisen ist unbestritten, dass der Fuchsrüde für die Aufzucht der Jungtiere erforderlich ist. Er unterstützt insbesondere in den ersten Wochen die Aufzucht hinsichtlich der Ernährung der Fähe und ihrer Welpen. Wo der Erzeuger fehlt, werden Überlebensfähigkeit und Konstitution der Füchsinnen und der Jungtiere erheblich beeinträchtigt.

Eigentlich darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. "Eigentlich" deshalb, weil gemäß des Tierschutzrechts die weidgerechte Tötung eines Tieres als vernünftiger Grund ausgelegt wird. Von der Weidgerechtigkeit wiederum geht man u.a. dann aus, wenn die Gesetze und Verordnungen des Jagdrechts eingehalten werden. Und das ist der Fall, weil die Monate der "Ranz" - so nennt der Jäger die Paarungszeit - keiner Schonzeit unterliegen und nach gängiger Auslegung des Bundesjagdgesetzes auch nicht unter den Schutz der zur Aufzucht von Jungtieren erforderlichen Elterntiere fallen.

Der Deutsche Jagdverband - Lobbyorganisation der konservativen Jäger - behauptet zwar, dass der Tierschutz einer der wesentlichen Aspekte der Grundsätze der Weidgerechtigkeit sei, nur scheint er nicht (immer) danach zu handeln. Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland spricht der Fuchsjagd während der Wintermonate jegliche Weidgerechtigkeit ab: "Sie schafft erhebliches Leid durch die Tötung des Hauptversorgers der Fuchsfamilie und - nicht auszuschließen - von säugenden Füchsinnen und entspricht deshalb nicht dem Verständnis, welches viele Menschen vom Tierschutz haben."

Hintergrundinformationen Fuchsjagd - Wissenschaftliche Literatur: https://tinyurl.com/wildtierschutz2

Quelle: Wildtierschutz Deutschland e.V. (ots)

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