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Biobranche in Deutschland rechnet mit kräftigem Wachstum

Archivmeldung vom 25.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Dieter Schütz / PIXELIO
Bild: Dieter Schütz / PIXELIO

Die Biobranche in Deutschland rechnet mit einem kräftigen Wachstum. "Ich halte es für realistisch, dass wir in den kommenden zehn Jahren eine weitere Marktverdoppelung sehen werden auf dann über 16 Milliarden Euro", sagte Felix Prinz zu Löwenstein, der Vorsitzende des Branchenverbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der "Welt am Sonntag" (Ausgabe vom 26. April). Entscheidend werde dabei sein, dass es der Branche gelinge, auch die einheimische Erzeugung zu steigern.

"Im Moment ist das ein bremsendes Element." 2014 summierten sich laut "Welt am Sonntag" die Umsätze mit Biolebensmitteln hierzulande auf rund acht Milliarden Euro. Ein Großteil der Ware müsse dabei importiert werden, weil die heimischen Bauern mit der Produktion nicht nachkämen. Zu Löwenstein verteidigt die Einfuhren. "Bio aus Ägypten und China ist nicht schlecht", sagte er der Zeitung.

Natürlich werde beim Transport CO2 freigesetzt - das sei aber ein weit geringeres Problem als die Nitrate aus der herkömmlichen Produktion. "Oberste Prämisse ist es, so viele Lebensmittel wie möglich hierzulande vor Ort zu produzieren. Ich gräme mich aber nicht über die Importe", sagte zu Löwenstein. Es gebe weltweite Standards, die kontrolliert und eingehalten würden. Zusätzliche Nachfrage verspricht sich der Verbandschef von möglichen Preissenkungen bei Biolebensmitteln. "Ab einer bestimmten Größe ergeben sich Skaleneffekte bei den Verarbeitungs-, Vermarktungs- und Logistikkosten", begründet er seine Erwartung. Konventionelle Lebensmittel hält er für deutlich zu billig, "wenn man erkennt, was die Produktion wirklich kostet".

Zu Löwenstein macht die konventionelle Landwirtschaft für den hohen Nitratgehalt im Trinkwasser verantwortlich. In Frankreich habe eine Untersuchung ergeben, dass die Wasserwerke jedes Jahr 1,5 Milliarden Euro aufwenden müssen, um die Grenzwerte einzuhalten. Wolle man Nitrat und Pestizide komplett herausfiltern, lägen die Kosten sogar bei rund 50 Milliarden Euro. "Diese Kosten müssten eigentlich auf den Preis für herkömmliche Lebensmittel aufgeschlagen werden, statt ihn über die Wasserrechnung abzugelten und damit jedem einzelnen Verbraucher aufzubürden, also auch denjenigen, die Bio kaufen und damit keine Pestizide verursachen", forderte zu Löwenstein. D

er BÖLW-Präsident fordert einen ökologischen Umbau der Landwirtschaft. "Die Folgen der industriellen Landwirtschaft sind kaum noch kalkulierbar. Die Funktionsfähigkeit des Immunsystems der Erde ist stark angeschlagen", sagte er. Schon ein Fünftel des Bodens in der Ostsee sei durch die Überfrachtung mit Nährstoffen biologisch tot. "Die Produktion von Unmengen billiger Nahrung wird am Ende extrem teuer für die Allgemeinheit."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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