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Einmal Öko, immer Öko?

Archivmeldung vom 21.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Ökolandbau ist für viele Betriebe attraktiv, doch rund 600 Betriebe pro Jahr steigen auch wieder aus.
Quelle: (Foto: Michael Welling, Thünen-Institut) (idw)
Ökolandbau ist für viele Betriebe attraktiv, doch rund 600 Betriebe pro Jahr steigen auch wieder aus. Quelle: (Foto: Michael Welling, Thünen-Institut) (idw)

Der Ökolandbau in Deutschland wächst. Die aktuellen Zahlen wurden jüngst auf der wichtigsten Branchenmesse „BioFach“ vorgestellt. Ein Blick hinter die Wachstumsbilanz verrät allerdings mehr: Jährlich steigen rund 600 Betriebe aus dem Ökolandbau aus.

Dies wurde allerdings in der Öffentlichkeit bislang kaum wahrgenommen, da immer deutlich mehr Betriebe auf Ökolandbau umgestellt haben als ausgestiegen sind. Welche Betriebe und Motive sich hinter diesen Ausstiegen verbergen, deckt eine neue Studie auf, die das Thünen-Institut zusammen mit der Universität Kassel und weiteren Partnern erstellt hat.

Aus der Untersuchung geht hervor, dass zwischen 2003 und 2010 jedes Jahr etwa 190 Aussteiger bzw. durchschnittlich 1,4 Prozent der bestehenden Ökobetriebe pro Jahr mit der Landwirtschaft vollständig aufgehört haben. Weitere rund 410 Betriebe kehrten im Durchschnitt jährlich zur konventionellen Wirtschaftsweise zurück. Dies ist immerhin ein Anteil von durchschnittlich 3,3 Prozent der bestehenden Ökobetriebe.

Ob ein Ökobetrieb die Rückkehr zum konventionellen Landbau in Erwägung zieht, hängt von innerbetrieblichen, familiären und persönlichen Voraussetzungen sowie von externen Rahmenbedingungen ab. „Gibt es dort gravierende Änderungen, wird die Wirtschaftsweise des Betriebes hinterfragt“, sagt Dr. Jürn Sanders vom Thünen-Institut und Mitautor der Studie. In der Regel seien es mehrere Faktoren, die zu einer Rückumstellung führen. Eine besonders große Rolle spielen ökonomische Motive, fehlende Entwicklungsperspektiven im ökologischen Landbau und Probleme mit den Ökorichtlinien und -kontrollen.

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass Rückumstellungen nicht vollständig vermieden werden können. Wenn der ökologische Landbau nicht mehr zu den persönlichen und betrieblichen Voraussetzungen passt, ist eine Rückkehr zur konventionellen Wirtschaftsweise häufig eine naheliegende Entscheidung. Die Ergebnisse der Studie zeigen aber auch, dass es verschiedene Ansatzpunkte gibt, um die Quote der Rückumsteller zu verringern und bessere Rahmenbedingungen für alle Ökobetriebe zu schaffen. Hierzu zählen vor allem eine verbesserte Umstellungsberatung, eine verlässliche Förderung des ökologischen Landbaus sowie transparente und praktikablere Richtlinien. Positive Effekte hätten auch vereinheitlichte und vereinfachte Ökokontrollen und bessere Vermarktungsbedingungen.

Die Studie ist auf der Website des Thünen-Instituts abrufbar unter: http://www.ti.bund.de/de/startseite/institute/bw/aktuelles-service.html

Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (idw)

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