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Ferkelkastration: Neun Verbände fordern von der SPD ein klares Nein zur Fristverlängerung

Archivmeldung vom 05.11.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.11.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Verladen von Ferkeln (ca. 30 kg) für Transport zum Mastbetrieb
Verladen von Ferkeln (ca. 30 kg) für Transport zum Mastbetrieb

Foto: Izvora
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Morgen entscheidet die SPD-Fraktion in Berlin über ihre parteiinterne Linie zur betäubungslosen Ferkelkastration. PROVIEH fordert in einem gemeinsamen offenen Brief mit acht weiteren Verbänden die SPD-Abgeordneten auf, diese Tierqual fristgerecht zu beenden. Um die Forderung zu unterstreichen, wird die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt morgen vor der SPD-Parteizentrale mit einer riesigen Schweineattrappe auffahren. Als Vertreter der großen Koalition und der Agrarlobby verkleidet nehmen die Tierschützer dort eine symbolische Ferkelkastration vor.

In dem Brief fordern die Tier-, Verbraucher- und Umweltschutzverbände die SPD-Abgeordneten gemeinsam auf, im Bundestag mit einem klaren Nein gegen die geplante Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration zu stimmen. Die große Koalition möchte Ende November mit einer Fraktionsinitiative im Bundestag die betäubungslose Ferkelkastration um zwei weitere Jahre verlängern, obwohl es praktikable Alternativen gibt.

»Eine Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration wäre verfassungswidrig! Es sind genügend praxistaugliche Alternativen verfügbar«, sagt Jasmin Zöllmer, Referentin für Agrarpolitik von PROVIEH. »Wir appellieren an die Abgeordneten, eine klare Haltung einzunehmen und die gesellschaftliche Forderung nach einem Ende des Ferkelleids ernst zu nehmen.«

»Jetzt ist es an der SPD zu entscheiden, ob diese völlig ungerechtfertigte Tierquälerei weitergeht«, ergänzt Konstantinos Tsilimekis, Geschäftsleiter der Albert Schweitzer Stiftung. »Nicht erst die letzten Landtagswahlen zeigen, dass vielen Menschen der Tierschutz zunehmend wichtig ist. Der SPD wird es nicht helfen, sich dem Willen von Agrarlobby und CDU unterzuordnen.«

Das Leid der pro Jahr 20 Millionen betäubungslos kastrierten Ferkel muss aufhören - darüber sind sich die Unterzeichner des Briefes einig: Die Verbände Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Deutscher Naturschutzring, Deutscher Tierschutzbund, Greenpeace, PROVIEH, Verbraucherzentrale Bundesverband und VIER PFOTEN fordern ein fristgerechtes Ende der betäubungslosen Ferkelkastration bis zum 31. Dezember 2018, so wie es das Tierschutzgesetz bislang vorsieht.

Hintergrund Die betäubungslose Ferkelkastration ist ein schmerzvoller Eingriff in die Unversehrtheit der Tiere. Der Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration wurde bereits 2013 im Tierschutzgesetz beschlossen. Das offizielle Ende ist für den 31. Dezember 2018 vorgesehen. Der Versuch einzelner Bundesländer, diese Frist zu verlängern, ist bereits im Bundesrat gescheitert. Nun will die große Koalition die Verlängerung der Frist kurz vor dessen Ablauf doch noch über eine Fraktionsinitiative erreichen.

Alternativen wie die Ebermast und die Immunokastration sind längst vorhanden und praxisreif. Der sogenannte »vierte Weg« (Lokalanästhesie durch den Landwirt) ist aus Sicht der Verbände eine Verschlechterung für die Ferkel und daher keine Alternative.

Unter http://ots.de/zifS4p finden Sie als PDF den gemeinsamen offenen Brief der neun Verbände.

Quelle: Albert Schweitzer Stiftung f. u. Mitwelt (ots)

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