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Zwei Drittel des flüssigen Wirtschaftsdüngers in der Landwirtschaft 2020 emissionsmindernd ausgebracht

Archivmeldung vom 28.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt

Foto: Martin Kraft / Eigenes Werk
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Anteil des flüssigen Wirtschaftsdüngers, der in der Landwirtschaft emissionsmindernd ausgebracht wird, ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der endgültigen Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 mitteilt, wurden im Zeitraum März 2019 bis Februar 2020 in Deutschland von 188 Millionen Kubikmetern flüssigem Wirtschaftsdünger knapp zwei Drittel (65 %) mit emissionsmindernder Technik ausgebracht. Zehn Jahre zuvor hatte der Anteil bei gleichbleibender Ausbringungsmenge (190 Millionen Kubikmeter) noch bei 31 % gelegen.

Emissionsmindernde Ausbringungstechniken immer weiter verbreitet

Im Gegensatz zu festen Wirtschaftsdüngern, bei denen es keine Alternative zur Ausbringung mit dem Streuwerk gibt, können moderne Ausbringungstechniken bei flüssigem Wirtschaftsdünger maßgeblich dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft zu senken. Die Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 zeigen, dass die Verwendung der besonders effektiven und dadurch emissionsarmen Techniken zugenommen hat. Etwa 122 Millionen Kubikmeter, demnach 65 % des ausgebrachten flüssigen Wirtschaftsdüngers, wurden mittels Schleppschlauch, Schleppschuh, Schlitzverfahren oder Güllegrubber ausgebracht. Diese Ausbringungstechniken verteilen den Wirtschaftsdünger bodennah, führen zu geringen Nährstoffverlusten und verursachen dadurch weniger Emissionen als andere Techniken.

Die restlichen 35 % des flüssigen Wirtschaftsdüngers (66 Millionen Kubikmeter) wurden 2020 mit dem Breitverteiler und somit emissionsintensiver auf Acker- und Dauergrünland ausgebracht. Damit ist der Breitverteiler noch immer die am häufigsten genutzte Ausbringungstechnik, die emissionsärmeren Techniken sind jedoch inzwischen zusammengenommen häufiger im Einsatz. Ein Vergleich der vergangenen zehn Jahre zeigt, dass der Breitverteiler als Ausbringungstechnik für flüssigen Wirtschaftsdünger an Bedeutung verliert: So wurden 2010 noch 69 % des flüssigen Wirtschaftsdüngers mittels Breitverteiler großflächig auf der Boden- oder Pflanzenoberfläche verteilt.

83 % der Betriebe lagerten flüssigen Wirtschaftsdünger abgedeckt - Anteil im Zehnjahresvergleich unverändert

Zur Vermeidung von Emissionen trägt darüber hinaus die Abdeckung der gelagerten Wirtschaftsdünger bei. Abdeckungen verringern den Luftkontakt des Wirtschaftsdüngers und damit klimaschädliche Emissionen. Laut Landwirtschaftszählung 2020 lagerten 83 % der landwirtschaftlichen Betriebe ihren flüssigen Wirtschaftsdünger ausschließlich in Behältern mit natürlichen oder künstlichen Abdeckungen. 17 % der Betriebe lagerten ihren flüssigen Wirtschaftsdünger in Behältern ohne Abdeckung. Diese Anteile haben sich in den vergangenen zehn Jahren - anders als bei den eingesetzten Ausbringungstechniken - nicht verändert: Im Zeitraum März 2009 bis Februar 2010 nutzten ebenfalls 83 % der Betriebe Abdeckungen, und auch damals hatten 17 % der Betriebe keine Abdeckung für ihre Güllebehälter.

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)

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