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Tiger tötet Tierpfleger im Allwetterzoo Münster

Archivmeldung vom 19.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Achim Lueckemeyer / pixelio.de
Bild: Achim Lueckemeyer / pixelio.de

Nach der tödlichen Attacke eines Tigers auf einen Tierpfleger im Allwetterzoo Münster am heutigen Nachmittag fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. das Ende der Haltung von Großkatzen wie Tiger, Löwen und Geparden in zoologischen Einrichtungen. Erst im vergangenen Jahr tötete ein Tiger im Kölner Zoo eine Zoowärterin. Seit Anfang 2012 konnten bei drei weiteren Vorfällen Geparden im Kölner Zoo und dem Tiergarten Nürnberg aus ihrem Gehege ausbrechen. Durch die artwidrige Haltung in viel zu kleinen Gehegen nutzen die Raubkatzen jede sich bietende Möglichkeit, ihrem Gefängnis zu entkommen. Weitere Ausbrüche und tödliche Unfälle sind daher vorprogrammiert. PETA fordert die zuständige Bundesministerin Ilse Aigner auf, die Haltung von Großkatzen in zoologischen Einrichtungen aus Gründen des Tier- und Menschenschutzes zu verbieten.

„Tiger haben einen enormen Bewegungsdrang. Tragödien wie diese können zukünftig nur verhindert werden, wenn Raubkatzen nicht mehr in winzige Gehege eingesperrt werden.“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Zoo-Experte bei PETA. „Bestimmte Tierarten wie Großkatzen, Eisbären oder Menschenaffen leiden immens unter der Gefangenschaft und stellen eine permanente Gefahr für Besucher und Zoopersonal dar. Sie müssen aus den Zoos verschwinden“

Im Juli 2012 entkam der Zoo Hannover nur knapp einer Katastrophe: 5 Schimpansen brachen aus und liefen zwischen den Besuchern umher. Im Juni 2012 ist ein Gepard aus seinem Gehege im Tiergarten Nürnberg ausgebrochen. Ebenfalls im Juni flüchteten zwei Geparden aus dem Zoo Salzburg. Im März 2012 entkam ein Gepard im Kölner Zoo seinem viel zu kleinen Gehege. Im Januar 2012 stürzte sich ein Gepard im Tiergarten Nürnberg auf ein Pony, bevor das Tier nach zwei Stunden mittels Betäubungsgewehr wieder eingefangen werden konnte.

In Gefangenschaft geborene Raubkatzen können nicht wieder ausgewildert werden, daher trägt deren Haltung in Zoos nicht zum Artenschutz bei. Während Tiger in freier Wildbahn ein Revier von circa 300 Quadratkilometer bewohnen, sind die Tiere in Zoo-Gefangenschaft zu einem qualvollen Leben auf wenigen Quadratmetern verdammt. Artwidrige Haltungsbedingungen und schwere Verhaltensstörungen sind dort eher die Regel als die Ausnahme. Die Besucher lernen nichts über die Bedürfnisse und Lebensverhältnisse von Tieren, wenn diese ihr Dasein in qualvoller, beengter Gefangenschaft fristen. PETA fordert, dass die Millionen an Steuergeldern, die derzeit für die Aufrechterhaltung der Zoobetriebe aufgebracht werden, in konkrete Projekte zum Schutz der letzten natürlichen Lebensräume der Tiere fließen.

Quelle: PETA Deutschland e.V.

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