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Staatliches Tierwohllabel: SPD und Tierschutzbund kritisieren Bundesagrarminister

Archivmeldung vom 13.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Staatliches Tierwohllabel
Staatliches Tierwohllabel

Der Deutsche Tierschutzbund hat die Bundesregierung aufgefordert, bei der Umsetzung des geplanten staatlichen Tierwohllabels mehr Tempo zu machen. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Verbandspräsident Thomas Schröder, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vergebe viel Zeit, "in der Tiere in den Ställen weiter leiden und handlungsbereite Landwirte keine Planung angehen können." Schröder kritisierte, dass der Minister sich nicht an sein Versprechen gehalten habe, bis Ostern Details zum geplanten Label zu nennen.

Auch vom Koalitionspartner in der Bundesregierung wird Schmidt kritisiert. Christina Jantz-Herrmann, Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, sagte auf Anfrage der "NOZ": "Was bisher über Minister Schmidts Label-Pläne nach außen dringt, lässt leider nicht viel Gutes erahnen." Die Anforderungen an Tierwohl müssten deutlich über dem gesetzlichen Mindeststandard liegen. "Das Label droht, wie die bisherige Tierschutzpolitik von Christian Schmidt, eine Luftnummer zu werden", so Jantz-Herrmann.

Tierschutzpräsident Schröder warnte Schmidt indes davor, die "Initiative Tierwohl" von Handel und Agrarbranche zum staatlichen Label umzudeklarieren. "Die Kriterien der Brancheninitiative taugen nicht für nachhaltigen Tierschutz im Stall", so Schröder. Der Tierschutzbund werde die Entwicklung des staatlichen Labels nur dann weiter unterstützen, "wenn erkennbar wird, dass das staatliche Label machbare und messbare Verbesserungen für die Tiere bringt und glaubwürdig über dem gesetzlichen Standard liegt". Dies bedeute zwangsläufig, dass die Bundesregierung auch Stallumbauten fördere. "Da geht es dann um Milliarden, nicht um Millionen", so Schröder.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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