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Kommerzielle Robbenjagd beginnt in Kanada

Archivmeldung vom 10.04.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.04.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Robbe
Robbe

Foto: Matthieu Godbout
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Gestern begann offiziell die kommerzielle, kanadische Robbenjagd vor der Küste Neufundlands und Labradors, 26 Schiffe sollten gestern ausgelaufen sein. Dabei gibt es Einfuhrbeschränkungen für Robbenprodukte in 34 Ländern und auch sonst keine Nachfrage. Der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) kritisiert, dass die kanadische Regierung weiterhin Millionen von Steuergeldern in eine unprofitable Industrie pumpt.

„Schon im zweiten Jahr hintereinander muss die neufundländische Regierung eine finanzielle Rettungsaktion starten, um die kommerzielle Robbenjagd am Leben zu erhalten“, so Dr. Ralf Sonntag, Leiter des IFAW-Deutschland. „Es ist in den letzten 15 Jahren trotz millionenschwerer Subventionen nicht gelungen, die Robbenjagd zu einer funktionierenden Industrie zu machen. Es geht hier nicht um eine vorübergehende Krise – Robbenprodukte sind im 21.Jahrhundert unnötig und zunehmend auch nicht gewollt.“

2012 betrug der Wert der angelandeten Felle ca. 1,2 Millionen Euro, für ihre Weiterverarbeitung musste die Regierung aber 1,5 Millionen zuschießen. Einen Kredit von etwa 2,7 Millionen Euro stellte die Regierung der Robbenindustrie auch dieses Jahr zur Verfügung, obwohl andere Industriezweige große Einschnitte hinnehmen mussten, allein die Tourismusbranche muss auf ca. 3 Millionen Euro an Marketingbudget verzichten.

Eine Jagdquote wurde in diesem Jahr nicht angekündigt und das Interesse der Robbenjäger könnte sich aufgrund der geringen Nachfrage in Grenzen halten. Obwohl die Robbenindustrie behauptet, es gäbe einen Markt für bis zu 100.000 Fellen in diesem Jahr, wird man pro Fell nur ca. 18 Euro bekommen.

„Anstatt Millionen in eine tote Industrie zu stecken, sollte die Regierung lieber Maßnahmen entwickeln, wie sie die Robbenjäger in zukunftsweisende, nachhaltige Berufe bringt. Das wäre ein deutlich intelligenterer Umgang mit Steuergeldern“, so Sonntag weiter.

Zahlen zur Robbenjagd*:

  • Anzahl der Jagdlizenzen 14 000
  • Anzahl der Robbenjäger 2012 763
  • Anzahl der Weiterverarbeitungsbetriebe für Robbenfelle In Neufundland 1
  • Wert angelandeter Robbenprodukte 2012 1,2 Millionen Euro
  • Jährliche Kosten des Fischereiministeriums zur Jagdbeobachtung** 750 000 Euro
  • Kosten der WTO-Anfechtung des EU-Handelsverbots für Robbenprodukte*** 7,5 Millionen

*Falls nicht anders angegeben, ist die Quelle: Department of Fisheries and Oceans’ 2011-2015 Integrated Fisheries Management Plan for Atlantic Seals

**Schätzung basiert auf Informationen durch: Access to Information and Privacy (ATIP).

***Schätzung basiert auf: McCarthy Tétrault Handelsjurist Simon Potter, veröffentlicht in Globe and Mail, 28 July 2009.

Quelle: Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW)

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