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Tübinger Oberbürgermeister Palmer als Tierversuchslobbyist?

Archivmeldung vom 16.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Von der Mutter getrenntes Affenkind an einem der Nationalen Gesundheitsinstitute in den USA. Bild: PETA Deutschland e.V.
Von der Mutter getrenntes Affenkind an einem der Nationalen Gesundheitsinstitute in den USA. Bild: PETA Deutschland e.V.

Skandalöse Vorgänge am Max-Planck-Institut in Tübingen: Videoaufnahmen aus dem Max-Planck-Institut (MPI) für biologische Kybernetik zeigen verstörende Bilder von Affen in Versuchslaboren. Die schreienden Tiere versuchen verzweifelt, sich in ihren Schädel verschraubte Metallvorrichtungen aus dem Kopf zu reißen. Diese dienen dazu, sie in einem sogenannten Primatenstuhl bewegungsunfähig zu fixieren. Die Affen werden zudem durch tagelangen Flüssigkeitsentzug zur Mitarbeit an Experimenten gezwungen. Bürger, Medien und Politik reagieren mit Entsetzen auf die Bilder und Informationen, die das Leiden der Affen ungeschminkt zeigen.

Das brisante Material entfacht erneut die Debatte um die Notwendigkeit und ethische Vertretbarkeit von Experimenten an nicht-menschlichen Primaten. Erstaunlich ist, dass sich der bündnisgrüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer in dieser Diskussion öffentlich gegen seine eigene Partei positioniert und sich für die entsetzenerregenden Tierversuche ausspricht. Seine Mitgliedschaft im Kuratorium des MPIs unterstreicht seine Haltung und wirft grundlegende Fragen auf. PETA verlangt Boris Palmers sofortigen Austritt aus dem Kuratorium des Max-Planck-Campus Tübingen. Dieser Forderung verleiht die Tierrechtsorganisation durch einen persönlichen Brief an den Oberbürgermeister Nachdruck.

„Die Affenversuche in Tübingen – sowohl am MPI, als auch am Hertie-Institut und der Universität Tübingen – sind ethisch zutiefst verwerflich und haben keinen medizinischen Nutzen. Sie dienen allein der Neugierbefriedigung der Forscher sowie den elitären Interessen der Universitätsstadt Tübingen“, so Isabel Engelhardt, Fachreferentin für Tiere in der Tierversuchsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Es darf nicht sein, dass ein führender Politiker der Grünen sich gegen den eigenen Landesverband stellt und zugleich Mitglied in einem solch tierverachtenden Gremium ist.“

Bis heute bleiben sowohl die Tübinger Wissenschaftler, als auch die rot-grüne Landesregierung einen Nachweis für den vorgeblichen Nutzen dieser Versuche schuldig. Das Ziel der Universität Tübingen – ihren Elitestatus und die damit verbundenen Fördergelder zu erhalten – wird eindeutig über den Tierschutz gestellt. Das sinnlose Leiden unzähliger Affen an drei verschiedenen Instituten der Stadt wird dafür billigend in Kauf genommen. Auch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer solidarisiert sich mit Tübingens grünem Bürgermeister Boris Palmer und vertritt nun den Standpunkt der Tierversuchslobby. Damit brechen die beiden Grünen-Politiker das Wahlversprechen ihrer Partei und bilden ein Sprachrohr für die Tierversuchslobby.

Die veröffentlichten Bilder sind eindeutig, sämtliche Erklärungs- und Vertuschungsversuche seitens der Tierversuchslobbyisten wirken verzweifelt und unglaubwürdig. Wenn die baden-württembergische Landesregierung und die Tübinger Universität ihren Elitestatus sichern und als Regierung glaubwürdig bleiben möchten, dann müssen sie die Affenversuche abschaffen. PETA plädiert dafür, dass alle verfügbaren Gelder in moderne, tierfreie Forschungsmethoden investiert werden.

Quelle: PETA Deutschland e.V.

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