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Bundesnetzagentur veröffentlicht Ausschreibungsergebnisse für Onshore-Windenergie

Archivmeldung vom 19.05.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.05.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Windpark
Quelle: Joshua Winchell, (idw)
Windpark Quelle: Joshua Winchell, (idw)

Heute hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für die Onshore-Windenergie veröffentlicht. Für das Ausschreibungsvolumen von 800 Megawatt (MW) wurden 256 Gebote mit einem Volumen von 2.137 MW abgegeben. Davon wurden 70 Projekte mit einem Volumen von 807 MW bezuschlagt. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 5,71 Cent/Kilowattstunde. Lediglich zwölf Gebote wurden vom Verfahren ausgeschlossen. 96 Prozent des Zuschlagsvolumens entfallen auf Bürgerenergiegesellschaften. Aufgrund der mehrfachen Überzeichnung hat sich das Ausschreibungsverfahren als ausgesprochen wettbewerblich erwiesen.

Positiv bewertet die Branche, dass 70 Prozent der eingereichten Gebote Bürgerenergieprojekte sind. Davon erhielten 65 Projekte mit einem Volumen von 776 MW einen Zuschlag. Andreas Wellbrock, Geschäftsführer des WAB e.V. kommentiert: "Die Auswirkungen des Systemwechsels auf die Akteursvielfalt lässt sich zwar nicht abschließend beurteilen, der Kahlschlag blieb aber aus. Die Bürgerenergie ist für die Akzeptanz und damit den Erfolg der Energiewende genauso wichtig wie das Engagement größerer Unternehmen".

Die Branche sieht den Auftrieb der Windenergie bestätigt: "Die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für Wind an Land zeigen, dass die Windenergie die fossile Konkurrenz abgehängt hat. Jetzt sollten die gemeinsamen Anstrengungen in den Netzausbau, die Sektorenkoppelung und die Weiterentwicklung von Speichern fließen. Deutschland hat alle erforderlichen Instrumente in der Hand, um den Klimaschutz mit der Energiewende erfolgreich und kostengünstig zu verwirklichen", sagt Andreas Wellbrock.

Weiterhin bekräftigt die Branche den Gleichklang von On- und Offshore-Windenergie für das Gelingen der Energiewende: Onshore-Anlagen sind im Vergleich zu Offshore-Anlagen kleiner und die Realisierungszeiträume wesentlich kürzer. Auch ist der Netzanschluss flexibler und einfacher bereitzustellen, wohingegen die Netzanschlussberechtigung auf See ein überlebenswichtiger Faktor ist. Dennoch darf der Erfolg der ungleichen Brüder On- und Offshore-Windenergie nicht dazu führen, den einen gegen den anderen auszuspielen. Andreas Wellbrock sagt dazu: "Wir fordern, die Ziele für beide Energien anzuheben, denn die Industrie ist in der Lage, größere Volumen zu leisten. Das führt zu Kostensenkungen und schafft langfristig Arbeitsplätze".

In Deutschland wird die Höhe der Vergütung von Erneuerbarem Strom mithilfe eines Ausschreibungsverfahrens ermittelt, in dem verschiedene, bereits vorentwickelte Projekte gegeneinander antreten. Das System bezuschlagt die niedrigsten Gebotswerte. Die Förderung ergibt sich aus dem ermittelten Zuschlagswert und dem Monatsmarktwert. Mit den Ergebnissen der ersten Ausschreibungsrunde für Onshore-Windenergie liegen jetzt belastbare Preisindikationen für die drei wichtigsten Erneuerbaren Energien in Deutschland, Photovoltaik, Off- und der Onshore-Windenergie, vor.

Die ersten Photovoltaikanlagen, die bereits letztes Jahr an Auktionen teilgenommen haben, wurden inzwischen mit einer Quote von 96 Prozent realisiert. Die im April 2017 von der BNetzA veröffentlichten Ausschreibungsergebnisse für die Offshore-Windenergie ergeben, dass drei der vier bezuschlagten Projekte gänzlich ohne Bezuschussung auskommen. Damit hat auch die Offshore-Windindustrie ihre Wettbewerbsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Quelle: WAB e.V. (ots)