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Hochwasser- und Sturzflutvorsorge muss in der Fläche beginnen

Archivmeldung vom 05.08.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.08.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Sturzflut auf einer gering bedeckten und durch Befahrung geschädigten Ackerfläche im Bergischen Land, Nordrhein-Westfalen  Bild: Bundesverband Boden e.V. Fotograf: Dr. Norbert Feldwisch
Sturzflut auf einer gering bedeckten und durch Befahrung geschädigten Ackerfläche im Bergischen Land, Nordrhein-Westfalen Bild: Bundesverband Boden e.V. Fotograf: Dr. Norbert Feldwisch

Jeder Kubikmeter Wasserrückhalt in der Fläche reduziert das Schadensausmaß durch Hochwasser und Sturzfluten. Damit Niederschlagswasser nicht so schnell oberflächig abfließt, muss die Flächennutzung angepasst werden. Technische Maßnahmen und Warnsysteme werden alleine nicht ausreichen, um die Gefahren zu reduzieren und das Schadensausmaß zu vermindern.

Die sehr ausgeprägten Starkregenereignisse mit außergewöhnlich ergiebigen und großflächig aufgetretenen Niederschlägen haben zu verheerendem Hochwasser und reißenden Sturzfluten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Ostsachsen und Südbayern geführt. Die Geschäftsführerin des Bundesverbandes Boden e.V. (BVB), Maike Bosold, bezieht Stellung:

"Das Ausmaß der Schäden und die hohe Anzahl an Todesopfern hätte durch koordinierte Vorsorgemaßnahmen reduziert werden können. Dabei reichen technische und organisatorische Schutzmaßnahmen nicht aus, die Hochwasservorsorge muss vor allem in der Fläche beginnen. Das Entstehen von schnellem Oberflächenabfluss in den Hochwasserentstehungsgebieten und das Zusammenfließen wild abfließenden Wassers in den Tallagen wird im erheblichen Ausmaß durch menschliche Einflüsse verstärkt, wodurch das Risiko von Unwetterschäden deutlich erhöht wird. Die Versiegelung durch immer mehr Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen, der zu geringe Wasserrückhalt auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen und vor allem die schnelle Niederschlagsableitung verschärfen die Hochwasserrisiken. Neben den Maßnahmen zur Schadensbeseitigung und dem Wiederaufbau muss der effektiven Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen viel mehr Bedeutung zukommen".

Die außergewöhnlich hohen Schäden durch die vergangenen Hochwasserereignisse gehen auf vier unterschiedliche, durch den Menschen geförderte oder verursachte Ursachen zurück, die grundsätzlich zusammenwirken und sich in ihren Auswirkungen gegenseitig verstärken:

  • (1) die fortschreitende Bodenversiegelung, wodurch immer weniger Fläche für die natürliche Versickerung von Niederschlagswasser zur Verfügung steht;
  • (2) die abflussfördernde Landnutzung, wodurch die Wassererosion und das bei Starkregenereignissen abgeschlämmte Bodenmaterial deutlich erhöht wird;
  • (3) das stark beschleunigte Zusammenfließen der Wassermassen durch das dichte Wege- und Entwässerungsnetz;
  • (4) der Klimawandel, durch den sich Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignisse mit Starkregen und Sturzfluten, aber auch ausgeprägten Dürreperioden, deutlich erhöhen werden.

Der Bundesverband Boden e.V. fordert eine umfassende Hochwasser- und Sturzflutvorsorge, wobei dem vorsorgenden Bodenschutz mehr Bedeutung zukommen muss. Politik und Gesellschaft müssen sich folgenden Herausforderungen stellen:

Auch wenn durch die Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen Schäden durch Starkregenereignisse und Sturzfluten nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden können, lässt sich das Schadensausmaß erheblich vermindern. Hierzu liegen seit langem umfangreiche und detaillierte Studien und Projektergebnisse vor. Es besteht kein Wissensdefizit, sondern ein erhebliches Regelungs- und Umsetzungsdefizit sowohl in der Landesplanung als auch der kommunalen Verwaltung, das dringend abgebaut werden muss, damit solchen dramatischen Hochwasserereignissen besser vorgebeugt werden kann. Dazu sind fachliche, aber auch administrative Kompetenzen und Strukturen zum dezentralen Wasserrückhalt in den Planungs- und Verwaltungsbehörden aufzubauen.

Quelle: Bundesverband Boden e.V. (ots)

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