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Jagddruck auf afrikanische Waldtiere nimmt zu

Archivmeldung vom 05.02.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.02.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Elefanten: Wilderei in Afrika ein echtes Problem. Bild: pixelio.de/Lothar Henke
Elefanten: Wilderei in Afrika ein echtes Problem. Bild: pixelio.de/Lothar Henke

Die Kommerzialisierung des Buschfleischhandels hat in den Baumsavannen und Wäldern Afrikas inzwischen auch zum sogenannten "Empty Forest Syndrom" geführt. Das hat ein europäisches Forscherteam unter Federführung der Universität Frankfurt am Mai im Zuge einer Analyse über den Jagddruck für das Kongo-Waldbecken ermittelt.

Das Problem: Seit etwa 25 Jahren werden Tiere in West- und Zentralafrika nicht mehr nur zur Eigenversorgung gejagt, sondern zunehmend auch für den Verkauf in mehrere hundert Kilometer entfernten Ballungszentren. Infolgedessen haben die Tierbestände deutlich abgenommen und sind teilweise bereits verschwunden. Die gejagten Tiere sind überwiegend Säugetiere, darunter befinden sich aber auch einige Reptilien- und Vogelarten. Sie sind vielerorts die einzige preiswerte und praktisch verfügbare Quelle tierischen Proteins für die Landbevölkerung.

Landbewohnern erlaubt der Verkauf von Buschfleisch, Produkte oder Dienstleistungen zu erwerben, die über die reine Selbstversorgung hinaus gehen. Das hat weitreichende ökologische Folgen, die letztlich auch die Existenz der Landbewohner bedroht. Beispielsweise verschwinden mit den Pflanzen fressenden Tieren, die als Samenträger fungieren, langfristig auch die Wälder, warnen die Wissenschaftler, die eine detaillierte Karte erstellt haben, die bei Regionalplanungen helfen soll.

Nachhaltige Regionalplanung

"Für ein Viertel der Gesamtfläche errechneten wir einen eher niedrigen Jagddruck", erklärt Bruno Streit vom Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Universität Frankfurt am Main. "39 Prozent der Fläche des Kongo-Waldbeckens lässt aber einen starken bis sehr starken Jagddruck erkennen. Es sind dies vor allem Gebiete mit einer hohen Dichte an Verkehrswegen, innerhalb derer sich zuweilen auch Schutzgebiete eingebettet finden", fügt Stefan Ziegler vom WWF hinzu.

So liegen auch der Virunga-Nationalpark und der Okapi-Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo in solchen Arealen. Die von den Wissenschaftlern erstellte Karte könnte eine nachhaltige Regionalplanung unterstützen, indem die Straßenführung möglichst keine wildreichen Gebiete zerschneidet. Des Weiteren identifiziert die Karte neuralgische Punkte, an denen der potenzielle Jagddruck besonders hoch ist. Auf diese Zonen sollten sich Maßnahmen zur Wildereibekämpfung konzentrieren, fordern die Experten.

Quelle: www.pressetext.com/Florian Fügemann

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