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Entwicklungsminister Müller lehnt Anbau von Genmais ab

Archivmeldung vom 11.02.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.02.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Rainer Sturm/pixelio.de
Bild: Rainer Sturm/pixelio.de

Auch nach der Entscheidung der EU-Agrarminister, den umstrittenen US-Genmais 1507 in Europa zuzulassen, lehnt Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dessen Anbau ab: "In Deutschland wollen wir keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel, und wir brauchen sie auch nicht", sagte der CSU-Politiker dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe).

Müller bezweifelt grundsätzlich den Sinn, genveränderte Pflanzen einzusetzen. "Es ist kein unmittelbarer Nutzen erkennbar, um damit den Hunger in der Welt zu lindern", sagte er. Natürlich müsse jeder Staat selbst entscheiden, ob er die grüne Gentechnik einsetze. Es gebe aber auch andere Wege, um die Ernährung im eigenen Land zu sichern. "Wir können in Afrika Produktionssteigerungen mit ganz herkömmlichen Mitteln erreichen, wenn wir moderne landwirtschaftliche Geräte einsetzen. Heimische Sorten sind die beste Grundlage für gute landwirtschaftliche Erträge", sagte Müller.

Hessens Umweltministerin will EU-weites Genverbot

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) spricht sich angesichts der Debatte über Genmais für ein EU-weites Verbot genetisch veränderter Organismen (GVO) aus. Im Interview der "Frankfurter Rundschau" (Mittwochsausgabe) sagte Hinz: "Wir sehen weder in der Entwicklung noch im Anbau von GVO im Lebensmittelbereich eine zukunftsfähige Technologie. Das Verbraucherverhalten in Deutschland und in Europa spricht eine eindeutige Sprache."

CDU und Grüne hatten in ihrer hessischen Koalitionsvereinbarung eine gentechnikfreie Land- und Forstwirtschaft angekündigt. Ministerin Hinz sagte der "Frankfurter Rundschau": "Die beste Entscheidung wäre es sicherlich, wenn es EU-weit zu einem Verbot vom Anbau von GVO käme. Die zweitbeste Lösung wäre die Möglichkeit, das Problem auf nationalstaatlicher Ebene anzugehen, sprich ein bundesweit einheitliches Vorgehen. Erst wenn diese beiden Lösungen nicht erreicht werden, sollten die Bundesländer die Möglichkeit haben, eigenständig auf den Anbau von GVO zu verzichten."

US-Genmais vor Zulassung in der EU

Der umstrittene US-Genmais 1507 steht vor seiner Zulassung in der Europäischen Union. Obwohl sich bei einer Sitzung der EU-Agrarminister 19 Mitgliedstaaten gegen den Anbau in der EU aussprachen, kam eine für Blockade der Zulassung die notwendige qualifizierte Mehrheit nicht zustande, auch weil sich Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) bei der Abstimmung enthielt.

Die Entscheidung für die Zulassung liegt nun bei der EU-Kommission, die den gentechnisch veränderten Mais laut Beobachtern aller Voraussicht nach zulassen dürfte. Der Mais einer US-Firma wurde so verändert, dass er gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat resistent ist. Zudem produziert der Mais ein Insektengift, um sich vor Schädlingen zu schützen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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