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Urin lässt Waldfrösche "von Toten auferstehen"

Archivmeldung vom 04.05.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.05.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Waldfrosch: Friert ein und lebt später weiter.
Waldfrosch: Friert ein und lebt später weiter.

Bild: pixelio.de, Wally Kugler

Um den kalten Winter Alaskas zu überleben, verzichtet der nordamerikanische Waldfrosch bis zu acht Monate darauf, zu urinieren. Das berichten Forscher der Miami University in Ohio. Denn Bakterien ihres Harnstoffes schützen Zellen und Gewebe des Tieres, selbst wenn Herz, Gehirn und Blutkreislauf des Frosches während der Wintermonate einfrieren und die Amphibie zu einem Eisblock erstarrt - um dann wieder putzmunter aufzutauen.

Harnstoff wird recycelt

"Seit langem ist bekannt, dass manche Amphibien der nördlichen Breiten es überleben, wenn sie im Winter durchfrieren", sagt Alexander Haas vom Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg auf Nachfrage von pressetext. "Die Studie legt nahe, dass Bakterien Stickstoff recyceln, um den nach dem Winterschlaf geschwächten Körper wieder aufzubauen - wahrscheinlich ein Mechanismus von genereller Bedeutung für Amphibien und nicht nur für die von den Forschern untersuchten Waldfrösche", wie der Experte meint.

Während der Studie wurden Waldfrösche in ihrer aktiven Phase während der Sommermonate eingefangen und unter kontrollierten Bedingungen in eine Art "Winter-Modus" versetzt. In der Folge wurden Magenbakterien der Tiere beobachtet und ihre Wirkweise analysiert. Spezielle, nur bei Kälte aktive Mikroben recyceln in den Eingeweiden den Harnstoff und schützen Waldfrösche so davor, nach dem Einfrieren nicht mehr aufzuwachen.

"Cooler wird es nicht"

Der Zoologe Jon Constanzo, der in früheren Forschungen bereits davon berichtete, dass in Frostphasen bis zu zwei Drittel der Körperflüssigkeit von Waldfröschen zu Eis gefrieren, beschreibt in seinen neuesten Forschungsergebnissen, dass Menschen unter denselben Voraussetzungen sterben würden: "Die Augen der Frösche sind weiß. Ihre Haut ist eisig. Sie sehen aus wie kleine Steine - sie sind gefroren."

Die körperliche Belastung eines bis auf -18 Grad Celsius gefrorenen Körpers würde jedes andere Säugetier töten, wie Constanzo betont. Nicht jedoch den Waldfrosch: "Alle sind fasziniert vom Winterschlaf von Bären. Aber ein Tier, das gefriert, auftaut und dann so tut, als wäre nichts geschehen? Cooler wird es nicht", so der Forscher.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Rudloff

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