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US-Regierung beeinflusste Zusammensetzung des Weltklimarats

Archivmeldung vom 06.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Logo der UN-Klimakonferenz in Cancún
Logo der UN-Klimakonferenz in Cancún

Die US-Regierung soll sehr direkt versucht haben, die Zusammensetzung des Weltklimarats zu beeinflussen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in seiner heute am Montag erscheinenden Ausgabe. Aus einer von der damaligen Außenministerin Condoleezza Rice unterschriebenen Depesche vom 2. September 2008 gehe demnach hervor, dass die US-Administration unbedingt verhindern wollte, dass Mustafa Dschaafari, ein Waldexperte aus Iran, in den Vorsitz einer der Arbeitsgruppen des Weltklimarats IPCC gewählt wurde.

"Die US-Delegation", zitiert das Magazin aus der Depesche, "arbeitet aktiv daran, die Wahl des iranischen Wissenschaftlers als Co-Vorsitzenden zu verhindern." Dies laufe "potentiell der generellen US-Politik gegenüber dem Iran zuwider", so Rice Begründung. Den US-amerikanischen Leiter der Arbeitsgruppe zurückzuziehen komme nicht in Frage: "Ein Co-Vorsitzender aus den USA stärkt die US-Interessen in Bezug auf den Klimawandel, der ein Schlüsselthema der Außenpolitik" sei. Um die Wahl des Iraners zu verhindern, forderte Rice ihre Botschafter dazu auf, die Unterstützung befreundeter Delegationen zu suchen. Auch die deutsche Delegation wurde demnach angesprochen. Vor allem aber wandte sich die US-Delegation an den IPCC-Vorsitzenden Rajendra Pachauri. Dieser, heißt es, habe "zugestimmt, sich der Sache anzunehmen".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

 

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