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Energiepflanzen so schädlich wie Klimawandel

Archivmeldung vom 12.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Massenanbau von Energiepflanzen schadet Artenvielfalt.
Massenanbau von Energiepflanzen schadet Artenvielfalt.

Bild: Chr. Hof, tum.de

Die massive Ausweitung der Anbauflächen für Energiepflanzen beeinflusst die Lebensräume von Wirbeltieren ähnlich negativ wie der Klimawandel. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums zusammen mit Kollegen der Technischen Universität München (TUM) und der Durham University.

"Verluste nicht wettzumachen"

Den Experten nach muss das Konzept, mehr Energie aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Raps, Ölpalme und Co statt aus fossilen Rohstoffen zu gewinnen, um die Globaltemperatur bis 2100 um nicht mehr als 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitraum steigen zu lassen, angesichts der neuen Erkenntnisse überdacht werden.

"Um den Klimawandel damit wirksam zu begrenzen, müssen wir bis 2100 auf circa 4,3 Prozent der globalen Landflächen Bioenergie-Pflanzen anbauen - das entspricht fast der 1,5-fachen Fläche aller EU-Länder zusammen. Damit schaden wir der biologischen Vielfalt, die in diesen Gebieten bisher zuhause ist, gravierend. Die negativen Auswirkungen des Klimawandels, die mit maximaler Bioenergie-Nutzung verhindert werden könnten, werden diese Verluste nicht wettmachen", sagt Christian Hof, der die Studie am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt durchgeführt hat und jetzt an der TUM forscht.

Szenarien miteinander verglichen

Hof und sein Team haben erstmals global untersucht, wie Amphibien, Vögel und Säugetiere den Klima- und den Landnutzungswandel bis 2100 zu spüren bekommen. Dabei haben sie zwei Szenarien miteinander verglichen: ein Szenario mit maximaler Bioenergie-Nutzung, welches einer Begrenzung der Erwärmung um circa 1,5 Grad entspricht, und ein Szenario mit minimaler Bioenergie-Nutzung und einem Temperaturanstieg um etwa drei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitraum bis 2100.

"Ob sich die Temperatur bis 2100 um 1,5 oder drei Grad erhöht: Rund 36 Prozent der Lebensräume von Wirbeltieren sind entweder durch den Klimawandel oder die neue Landnutzung infolge des Anbaus von Bioenergie-Pflanzen massiv gefährdet. Die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt sind also vergleichbar. Unterschiedlich ist nur, auf wessen Konto sie gehen", erklärt Alke Voskamp vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum.

Darüber hinaus gebe es Gebiete, in denen Wirbeltieren von Energiepflanzen-Plantagen der Platz streitig gemacht wird und ihnen gleichzeitig die höhere Temperatur zu schaffen machen werde. "Bei einem geringeren Temperaturanstieg bis 1,5 Grad, den wir durch die maximale Nutzung von Bioenergie erkaufen, könnten sogar größere Flächen unter dieser Doppelbelastung leiden. Unter diesem 1,5-Grad-Szenario wird insgesamt ein größerer Anteil der Verbreitungsräume von Wirbeltieren durch Klimawandel, Landnutzung oder beides beeinträchtigt", so Voskamp.

Quelle: www.pressetext.com/Florian Fügemann

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