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Grüne: Altmaier ignoriert Zweifel an Sicherheit von tschechischem Atomreaktor

Archivmeldung vom 09.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Das Kernkraftwerk Temelín ist ein Kernkraftwerk nahe Temelín in Tschechien. Es ist hinsichtlich der Leistung mit 2026 MW das größte Kraftwerk in Tschechien.
Das Kernkraftwerk Temelín ist ein Kernkraftwerk nahe Temelín in Tschechien. Es ist hinsichtlich der Leistung mit 2026 MW das größte Kraftwerk in Tschechien.

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Grünen werfen Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) vor, Zweifel an der Sicherheit des tschechischen Atomkraftwerks Temelin zu ignorieren. Auslöser ist das Gutachten eines ehemaligen Abteilungsleiters im Berliner Umweltministerium, das neue Bedenken an dem Meiler aufwirft, der rund 100 Kilometer von Passau entfernt steht. Es geht um möglicherweise mangelhafte Schweißnähte zwischen dem Reaktordruckbehälter und dem Primärkreislauf, wie der "Spiegel" berichtet.

Danach ist das Problem weit größer als bislang gedacht. Gutachter Dieter Majer warnt: "Einiges spricht dafür, dass für alle Schweißnähte im Anschlussbereich des Reaktordruckbehälters die erforderliche Qualität nicht nachgewiesen ist." Majer fällt nach Sichtung aller verfügbaren Unterlagen ein vernichtendes Urteil: Die Dokumentation der Schweißarbeiten sei "lückenhaft, fehlerhaft und zum Teil widersprüchlich".

Umweltminister Altmaier lehnte in einem Schreiben an die Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl ab, auf weitere Untersuchungen zu drängen. Sein Amt sehe "keine sicherheitstechnischen Anhaltspunkte, das aufsichtsbehördliche Vorgehen der tschechischen Seite in Zweifel zu ziehen".

Der Vorsitzende der überparteilichen "Plattform gegen Temelin", Gerhard Albrecht, forderte Altmaier auf, Fachleute zur Untersuchung des Schweißnaht-Risikos nach Temelin zu schicken. Er kritisiert das Desinteresse des Ministers: "Altmaier denkt wohl, der Name Temelin steht für eine tschechische Wurstsorte."

Grünen-Abgeordnete Kotting-Uhl, die das Gutachten in Auftrag gab, kommentiert: "Es kann nicht sein, dass diplomatische Hasenfüßigkeit zu Lasten von Atomsicherheit geht."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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