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Kükentöten beenden - aber richtig

Freigeschaltet am 09.09.2020 um 16:50 durch Andre Ott
Küken in der Massentierhaltung bei der Einstallung
Küken in der Massentierhaltung bei der Einstallung

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Heute hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen Gesetzentwurf zur Beendigung des Tötens sogenannter Eintagsküken vorgelegt. Dazu erklärt Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt: "Mehr als ein Jahr hat Julia Klöckners Ministerium gebraucht, um auf das richtungsweisenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu reagieren und das Ende des verfassungswidrigen Kükentötens endlich einzuläuten."

Klosterhalfen weiter: "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Denn es wird zeitlich kaum möglich sein, das Gesetz noch vor Ablauf der Legislatur tatsächlich zu verabschieden. Und selbst wenn das gelänge: Ein großer Wurf ist Klöckners Gesetz beileibe nicht. Fazit ist: Die Geschlechtsbestimmung im Ei zementiert das bestehende System inklusive allen Tierleids weiter. Statt 45 Millionen männlicher Küken werden ab 2022 eben 45 Millionen männliche Hühnerembryonen getötet, die bereits Schmerz empfinden können. Ganz zu schweigen von den Qualen der auf Hochleistung gezüchteten Hennen in der Eierindustrie, die in den Überlegungen des Ministeriums keinerlei Beachtung finden."

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass ab 2022 das Töten männlicher Eintagsküken verboten ist. Ab 2024 muss dann die Geschlechtsbestimmung im Ei vor dem siebten Bruttag erfolgen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Embryonen spätestens ab dem siebten Bruttag Schmerz empfinden können - möglicherweise aber auch schon früher. Die bisher angewandten Verfahren können das Geschlecht erst ab dem neunten bzw. 14. Bruttag sicher bestimmen und sind somit keine Lösung.

"Frau Klöckner ist stolz darauf, dass sie die Technologie zur Geschlechtsbestimmung mit Millionenbeträgen gefördert hat. Dieses Geld wäre besser in wirklich zukunftsweisende Forschung zu Ei-Alternativen investiert gewesen", so Klosterhalfen.

Quelle: Albert Schweitzer Stiftung f. u. Mitwelt (ots)

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