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Mit Bierhefe gegen Apfelschorf

Archivmeldung vom 19.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Befallenes Blatt
Befallenes Blatt

Foto: James Lindsey at Ecology of Commanster
Lizenz: CC BY-SA 2.5
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Am 13. Mai 2015 überreichte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Peter Bleser, in Dossenheim die Zuwendungsbescheide für ein Forschungsprojekt zur Bekämpfung von Apfelschorf. Ein Präparat aus Bierhefe soll erreichen, dass für die Bekämpfung des Apfelschorfs weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden müssen.

Da der Pilz auf dem Falllaub der Apfelplantagen überwintert und von dort aus die Bäume im Frühjahr von neuem befällt, kann der Infektionsdruck durch den Abbau des Laubes reduziert werden. Genau diesen Abbau kann Bierhefe bewirken, wie das Vorgängerprojekt gezeigt hat, das im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert wurde.

Das neue Forschungsprojekt zielt auf die Untersuchung ab, welches Potenzial Bierhefe speziell zur Bekämpfung von Apfelschorf hat. In einem gemeinsamen Verbundprojekt wollen das Julius Kühn-Institut, die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau, Weinsberg, sowie die Leiber GmbH ein umweltfreundliches Präparat auf Bierhefe-Basis für den Einsatz in der Praxis entwickeln. Dieses soll nach dem Blattfall im Herbst auf das Laub ausgebracht werden und dessen Attraktivität für Mikroben und Regenwürmer erhöhen, so dass sie die Blätter schneller abbauen.

Ein praktisches, wirksames und umweltfreundliches Mittel

Die Projektpartner werden die Wirksamkeit verschiedener Ausgangspräparate aus dem Verarbeitungsprozess von Bierhefe auf den Blattabbau testen und so das beste Präparat identifizieren. In einem weiteren Schritt erproben die Wissenschaftler die effizienteste Anwendungsart und -häufigkeit. Darüber hinaus soll die optimale Aufbereitung des Präparates ermittelt werden, um Obstbauern ein einfach anzuwendendes, wirksames und umweltfreundliches Mittel zur Verfügung stellen zu können. Die Forscher gehen davon aus, dass mit dieser Strategie der notwendige Einsatz von Fungiziden deutlich gesenkt werden kann. Die erwartete Einsparung von Pflanzenschutzmitteln trägt zur Nachhaltigkeit in der Apfelproduktion bei.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert das Forschungsprojekt in der Deutschen Innovationspartnerschaft Agrar (DIP) beim Projektträger BLE.

Hintergrund

Apfelschorf kann negativen Einfluss auf die Fruchtqualität haben und so erhebliche finanzielle Schäden verursachen. Zur Bekämpfung des Pilzes ist ein neuer Ansatz wichtig, da einerseits der Schorfpilz die Resistenzen von modernen Apfelsorten zunehmend überwindet und andererseits der direkte Pflanzenschutz aufwendig ist. So treten im konventionellen Anbau Resistenzen gegen Fungizide auf, im ökologischen Anbau muss eine Alternative zu kupferhaltigen Präparaten gefunden werden.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) (idw)

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