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PETA übt heftige Kritik an Tigerhaltung nach Tragödie im Kölner Zoo

Archivmeldung vom 25.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: PETA Deutschland e.V.
Bild: PETA Deutschland e.V.

Nach dem heutigen Ausbruch eines Tigers aus dem Kölner Zoo, bei dem eine Zoowärterin sowie der Tiger getötet und alle Zoobesucher evakuiert wurden, übt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. heftige Kritik an der Haltung von Großkatzen in zoologischen Einrichtungen. In diesem Jahr sind bereits bei drei Mal Geparden aus dem Kölner Zoo und dem Tiergarten Nürnberg ausgebrochen. Durch die artwidrige Haltung in viel zu kleinen Gehegen nutzen die Raubkatzen jede sich bietende Möglichkeit, ihrem Gefängnis zu entkommen. Ausbrüche und tödliche Unfälle sind daher vorprogrammiert. PETA fordert die zuständige Bundesministerin Ilse Aigner auf, die Haltung von Großkatzen in zoologischen Einrichtungen aus Gründen des Tier- und Menschenschutzes zu verbieten.

„Tragödien wie diese können zukünftig nur verhindert werden, wenn Menschen es nicht mehr als Freizeitspaß ansehen, Wildtiere mit einem enormen Freiheitsdrang in qualvoll engen Gehegen anzugaffen. Dafür muss ein Paradigmenwechsel her“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Zoo-Experte bei PETA. „Bestimmte Tierarten wie Großkatzen, Eisbären oder Menschenaffen leiden immens unter der Gefangenschaft und müssen aus den Zoos verschwinden“

Erst im Juli 2012 entkam der Zoo Hannover nur knapp einer Katastrohe, als 5 Schimpansen ausbrachen und zwischen den Besuchern umherliefen. Im Juni ist ein Gepard aus seinem Gehege im Tiergarten Nürnberg ausgebrochen. Ebenfalls im Juni flüchteten zwei Geparden aus dem Zoo Salzburg. Im März 2012 entkam ein Gepard im Kölner Zoo seinem viel zu kleinen Gehege. Im Januar 2012 stürzte sich ein Gepard im Tiergarten Nürnberg auf ein Pony, bevor das Tier nach zwei Stunden mittels Betäubungsgewehr wieder eingefangen werden konnte.

Während Tiger in freier Wildbahn ein Revier von ca. 300 Quadratkilometer bewohnen, sind die Tiere in Zoo-Gefangenschaft zu einem qualvollen Leben auf wenigen Quadratmetern verdammt. Die Tierrechtsorganisation spricht sich grundsätzlich gegen die Haltung von Wildtieren in Zoos aus. Artwidrige Haltungsbedingungen und schwere Verhaltensstörungen sind dort eher die Regel als die Ausnahme. Die Besucher lernen nichts über die Bedürfnisse und Lebensverhältnisse von Tieren, wenn diese ihr Dasein in qualvoller, beengter Gefangenschaft fristen. PETA fordert, dass die Millionen an Steuergeldern, die derzeit für die Aufrechterhaltung der Zoobetriebe aufgebracht werden, in konkrete Projekte zum Schutz der letzten natürlichen Lebensräume der Tiere fließen.

Quelle: PETA Deutschland e.V.


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