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Die Apotheke der Wildtiere: Beifuß, Weidenrinde, Gras und Ameisensäure stärken die Abwehrkräfte von Reh, Biber, Fuchs und Eichelhäher

Freigeschaltet am 15.09.2020 um 09:14 durch Andre Ott
Ameisenhügel
Ameisenhügel

Foto: Speifensender
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Hat der Mensch eine Erkältung, holt er sich Hustensaft und Nasenspray aus der Apotheke. Wildtiere haben da ganz andere Heilmittel auf Lager - sie nutzen die Natur, um Krankheiten vorzubeugen und um gesund zu bleiben.

"Wiederkäuer wie zum Beispiel Rehe fressen bei starkem Wurmbefall vermehrt Beifuß - Artemisia vulgaris - oder Rainfarn - Tanacetum vulgare", sagt Moritz Franz-Gerstein, Artenschützer und Tierarzt bei der Deutschen Wildtier Stiftung. In beiden potentiell giftigen Pflanzen sind heilsame Wirkstoffe gegen Würmer enthalten. "Rainfarn ist auch beim Menschen als Wurmmittel bekannt, heißt regional Wurmkraut", so Franz-Gerstein.

Viele Vögel, etwa Elster und Eichelhäher, nutzen Ameisensäure um Milben los zu werden - die Säure hilft gegen die lästigen Parasiten. Imker nutzen Ameisensäure ebenfalls zur Milbenbekämpfung im Bienenstock. Europäische Stare legen ihre Nester gern mit Pflanzenteilen der wilden Möhre - Daucus carota - aus. Das darin enthaltene Beta-Sitosterol vergrämt Milben. "Auch die aus unserer Küche bekannte, kleine Obstfliege nutzt spezielle Wirkstoffe für sich", sagt Moritz Franz-Gerstein. Hat Drosophila melanogaster die Wahl zwischen vergorenem und unvergorenem Obst, wählt sie das vergorene Obst, um dort die Eier abzulegen. Denn: Vergorenes Obst enthält Ethanol, und das ist ein wirksamer Schutz gegen einige parasitische Wespenarten, die den Nachwuchs der Obstfliege befallen.

Biber fressen liebend gerne Weidenrinde, denn in dieser ist Salicylsäure enthalten. Sie wird im Biberfettgewebe angereichert und wirkt antientzündlich. Acetylsalicylsäure ist heute noch ein viel genutzter Wirkstoff, wird aber - für den Menschen - ganz ohne Biber synthetisch hergestellt. Füchse fressen Gras; das reguliert die Verdauung und hilft z. B. die überschüssige Magensäure loszuwerden.

Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung (ots)

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