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BUND und Universität Göttingen sind Luchsen im Südharz auf der Spur

Freigeschaltet am 15.03.2019 um 12:36 durch Andre Ott
In den vergangenen zwei Wochen haben erstmals selbstauslösende Kameras zwei Luchse in Thüringen für ein wissenschaftliches Projekt fotografiert. Bild: "obs/BUND/Universität Göttingen/BUND"
In den vergangenen zwei Wochen haben erstmals selbstauslösende Kameras zwei Luchse in Thüringen für ein wissenschaftliches Projekt fotografiert. Bild: "obs/BUND/Universität Göttingen/BUND"

Der Luchs im Bild: In den vergangenen zwei Wochen haben erstmals selbstauslösende Kameras zwei Luchse in Thüringen für ein wissenschaftliches Projekt fotografiert. Entstanden sind die Bilder im Rahmen einer Kooperation des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Universität Göttingen, die zum Ziel hat, den Luchsbestand im Thüringer Südharz erstmals systematisch zu erfassen.

"Luchse sind in Deutschland noch immer eine Seltenheit. Im Thüringer Südharz wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Luchse gesichtet, doch bisher ist unklar, wie viele der scheuen Pinselohren dort leben und wie weit ihr Verbreitungsgebiet reicht", sagt Silvia Bender, Abteilungsleiterin Biodiversität beim BUND. "Noch immer wissen wir viel zu wenig über die in Deutschland nach wie vor stark gefährdeten Luchse. Mit den neuen Nachweisen im Thüringer Südharz konnten wir nun ein fehlendes Puzzleteil in der Verbreitungskarte der Luchse ergänzen."

In ganz Deutschland sind bislang nur 77 erwachsene Luchse erfasst, die durch die Wälder im Harz, im Bayerischen Wald, neuerdings auch den Pfälzerwald und vereinzelt durch Baden-Württemberg, Nordhessen und andere Regionen streifen. Thüringen hat aufgrund seiner geographischen Lage und weitläufigen Wälder eine ganz besondere Bedeutung für den Luchs: Bisher leben die Tiere vor allem im Harz und im Bayerischem Wald, Thüringen liegt genau wie Hessen zwischen diesen beiden Gebieten und kann dem Luchs als Brücke dienen. "Die Luchse im Thüringer Südharz sind für die weitere Besiedelung Nordthüringens, des Hainichs und des Thüringer Waldes essentiell", sagt Markus Port von der Universität Göttingen. "Nur dank der Unterstützung vieler privater Waldeigentümer, Jägerinnen und Jägern sowie der Thüringer Behörden konnten die jüngsten Nachweise so rasch gelingen."

Der BUND betreut zusammen mit der Universität Göttingen und der Wildtierland Hainich gGmbH aktuell zwei Luchsprojekte in Thüringen: das im Südharz, wo jetzt die Fotos gelangen, und ein Projekt im Großraum Hainich sowie dem Wildkatzendorf Hütscheroda. Im Hainich gelang jedoch seit dem Untersuchungsbeginn vor etwa einem Jahr noch kein Foto-Nachweis eines Luchses. Die Nationalparkverwaltung hatte Anfang 2018 hier einen Luchs fotografiert, aber es gilt als unwahrscheinlich, dass sich das Tier weiter im Hainich aufhält. "Leider ist die Situation des Luchses in Thüringen immer noch sehr schwierig. Lediglich die Tiere im Südharz gehören wahrscheinlich zu einer stabilen Population, die wenigen anderen nachgewiesenen Luchse sind lediglich Einzeltiere", so Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Hintergrund:

Die Luchse in Deutschland sind vor allem durch die Zerschneidung ihrer Waldlebensräume durch Straßen, Siedlungen und große ausgeräumter Agrarflächen bedroht. Jedoch kommen auch illegale Tötungen immer wieder vor. Nur sehr langsam erobern sich die Katzen ihre alten Lebensräume zurück. Um die Tiere zu schützen, müssen mehr Querungshilfen für Wildtiere über Straßen gebaut und die Verbindungen zwischen Wäldern verbessert werden. Darüber hinaus braucht es mehr Informations- und Beteiligungsangebote, um Vorbehalte gegenüber dem Luchs abzubauen. Illegale Tötungen müssen konsequent verfolgt und geahndet werden.

www.bund.net/luchs www.luchs.uni-goettingen.de

Quelle: BUND (ots)

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