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NABU begrüßt Verzicht auf Glyphosat bei der REWE Group

Archivmeldung vom 11.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: "obs/toom Baumarkt GmbH"
Bild: "obs/toom Baumarkt GmbH"

Der NABU hat die Ankündigung der REWE Group und seiner Baumarktkette Toom begrüßt, sämtliche Produkte mit dem Pestizidwirkstoff Glyphosat bis spätestens Ende September auszulisten. "Mit diesem Schritt setzt sich die REWE Group an die Spitze einer Bewegung und nimmt die zunehmenden Hinweise ernst, dass die Risiken des Einsatzes von Glyphosat für Mensch und Natur seit Jahren unterschätzt werden", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Angesichts der Ende 2015 auslaufenden EU-Zulassung für das umstrittene Totalherbizid habe die Entscheidung eine hohe Signalwirkung für Politik und Branche. Aus Sicht des NABU ist eine umfassende Neubewertung der Risiken des auch bei Kleingärtnern beliebten Pflanzengifts, das in Deutschland unter dem Namen "Roundup" vertrieben wird, überfällig. Erst vergangene Woche hatte auch die Verbraucherschutzministerkonferenz der Länder den Bund aufgefordert, die Abgabe von Glyphosat an Privatpersonen für Haus- und Kleingärten zu verbieten.

Glyphosat gilt als potenziell krebserregend. Auch treten endokrine Störungen wie verminderte Fruchtbarkeit und Störungen der Embryonalentwicklung auf, wie mehrere wissenschaftliche Studien belegen. Aktuelle Monitoring-Ergebnisse zeigen zudem, dass vor allem Kleingewässer in Ackerlandschaften zum Teil deutlich mit Glyphosat-Rückständen belastet sind. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Reproduktionsfähigkeit von Amphibien und Fischen haben. Neben den direkten toxischen Effekten gefährdet die Wirkung als Breitbandherbizid auch zahlreiche andere Organismen, denn durch die Vernichtung der Wildkrautflora gehen Nahrungsquellen und Lebensräume verloren. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU eine Aussetzung der Zulassung für Glyphosat und eine umfangreiche Risikoprüfung des Wirkstoffs. "Wir hoffen, dass die Initiative der REWE Group Schule macht und Glyphosat möglichst rasch aus den Regalen im Baumarktsektor verschwindet", so Miller weiter.

Umstellung bei toom Baumarkt bis spätestens 30. September 2015 abgeschlossen

Die zur REWE Group gehörenden 350 toom Baumärkte werden bis spätestens 30. September 2015 keine Glyphosat-haltigen Produkte mehr führen. Seit heute (11.05.) besteht für die Märkte keine Möglichkeit mehr, derartige Produkte nachzubestellen. Bereits Ende 2013 hat toom Baumarkt damit begonnen das Sortiment umzustellen und hat rund 60 Prozent der Glyphosat-haltigen Produkte aus dem Verkauf genommen. Toom Baumarkt bietet seinen Kunden dafür alternative umweltverträglichere Produkte an. Damit handelt toom Baumarkt deutlich vor der anstehenden Entscheidung über die Verlängerung der EU-Zulassung für Glyphosat.

"Für uns als verantwortungsvoll handelndes Unternehmen ist es wichtig, unser gesamtes Angebot regelmäßig zu überprüfen und zum Schutz von Umwelt und Natur nach alternativen und umweltverträglicheren Möglichkeiten zu suchen. Toom Baumarkt arbeitet stetig an der konsequenten Weiterentwicklung hin zu einem nachhaltigeren Sortimentsportfolio", erklärt Dominique Rotondi, Geschäftsführer Einkauf toom Baumarkt.

Laut REWE Group erhalten Kunden in den toom Baumärkten mit angeschlossenen Gartencentern und Gartenmärkten eine Reihe an Möglichkeiten, Schadinsekten, Pilzbefall und Krankheiten ohne den Einsatz von chemischen Mitteln in Zaum zu halten. Interessierte können sich demnach über das qualifizierte Personal umfangreich beraten lassen und weiterführende Informationen zum alternativen Pflanzenschutz im Internet nachlesen: http://www.toom-baumarkt.de/ueber-toom-baumarkt/nachhaltigkeit/gruene-produkte/ .

Quelle: NABU - REWE Group (ots)

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