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Polen-Flut offenbart unbequeme Wahrheit

Archivmeldung vom 26.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Hochwasser - hier an der Elbe 2002. Bild: Bernd Lammel / WWF
Hochwasser - hier an der Elbe 2002. Bild: Bernd Lammel / WWF

Nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation WWF ist die Flut in Süd-Polen ein tragischer Beweis dafür, dass der Hochwasserschutz in dem EU-Land Polen veraltet und ineffizient ist. Nach Ansicht des WWF habe es die polnische Regierung in den vergangenen Jahren versäumt, das alte System, welches hauptsächlich auf technischen Lösungen wie Eindeichungen, Dämmen und Staubecken aufbaut, zu modernisieren. Seit der großen Flut von 1997 sei viel zu wenig geschehen, kritisiert der WWF.

„Das große Vertrauen in den technischen Hochwasserschutz hat nun katastrophale Folgen. In den vergangenen Jahren sind immer neue Siedlungen in Flusstälern und in natürlichen Überflutungsgebieten entstanden“, kritisiert Piotr Nieznański, Abteilungsleiter Naturschutz beim WWF Polen. Der WWF fordert daher, Risikogebiete zukünftig als solche auszuweisen und eine Bebauung nicht mehr zu erlauben. Außerdem sei eine Renaturierung von Auwäldern und Flusslandschaften notwendig. „Wer nur auf technischen Hochwasserschutz setzt, wiegt die Bevölkerung der betroffenen Regionen in falscher Sicherheit. Trotzdem ist er bei den Politikern noch immer sehr beliebt“, kritisiert WWF-Experte Piotr Nieznański. „Die Grundsteinlegung für einen neuen Deich macht sich gut in einer Wahl-Kampagne. Das allein ist aber kein effizienter und ausreichender Hochwasserschutz.“

Quelle: WWF

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