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Greenpeace-Report: "Vom Waschbecken ins Meer" - Welche Mikrokunststoffe in Kosmetik Umwelt und Mensch schaden

Archivmeldung vom 20.05.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.05.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Mikrokunststoffe
Mikrokunststoffe

Bild: Twitter Greenpeace

Eine neue Greenpeace-Publikation fasst erstmals die Schädlichkeit gängiger Mikrokunststoffe in Kosmetik- und Pflegeprodukten zusammen, die beim Duschen über den Abfluss in die Umwelt gelangen (www.greenpeace.de/Report-Mikrokunststoffe). Der Report zeigt etwa, welche Inhaltsstoffe in Gesichtscreme oder Shampoo giftig für Meeresorganismen sind - und welche die Kosmetikindustrie trotz unbekannter Umweltfolgen massiv einsetzt.

Nivea-Hersteller Beiersdorf zum Beispiel will bisher von keiner Umweltgefahr durch Mikrokunststoffe wissen und vertraut auf Kläranlagen. Greenpeace tritt mit dem neuen Report den Gegenbeweis an und zeigt für eine Auswahl gängiger Inhaltsstoffe wie Nylon, Polyquaternium und Silikone die negativen Umweltfolgen auf. Selbst moderne Kläranlagen können nicht sämtliche Mikrokunststoffe aus Abwässern entfernen. "Die Kosmetikhersteller drücken sich vor ihrer Verantwortung. Wenn nicht sicher ist, dass diese Inhaltsstoffe umweltverträglich sind, haben sie weder auf unserer Haut noch im Meer etwas verloren", sagt Sandra Schöttner, Meeresbiologin von Greenpeace.

Bisher drehte sich die politische Debatte vorrangig um den Verzicht auf Plastikperlen in Peelings. Doch das Problem geht darüber hinaus. Konventionelle Kosmetik enthält fast immer Mikrokunststoffe in fester, flüssiger oder anderer Form. Umweltministerin Hendricks (SPD) verlässt sich derweil auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie. Diese enthält jedoch massive Schlupflöcher und widerspricht dem Vorsorgeprinzip. "Auf diesem Auge stellt sich die Bundesumweltministerin blind - zum Vorteil der Kosmetikfirmen und zum Nachteil der Umwelt", so Schöttner.

Biologisch schwer abbaubar und giftig

Von einigen gängigen Mikrokunststoffen in Lippenstift, Duschgel und Co. kennen Wissenschaftler bereits die negativen Eigenschaften. Polyethylen und Nylon sind beispielsweise als sehr langlebig bekannt. In Form von Plastikpartikeln haben Forscher sie schon vielfach in den Meeren gefunden, auch in Speisefischen und Meeresfrüchten. Polyquaternium, meist in flüssiger Form eingesetzt, gilt als schwer biologisch abbaubar.

Sofern überhaupt Hersteller-Informationen vorliegen, wird es mehrfach als giftig für Wasserorganismen beschrieben und steht unter Verdacht, Gewässer langfristig zu schädigen. Auch die Silikone Cyclotetrasiloxan und Cyclopentasiloxan sind als sehr langlebig klassifiziert und vielerorts in Nahrungsnetzen von Gewässern zu finden, unter anderem in Fischen, Vögeln und Säugetieren. Bei Menschen können sie den Hormonhaushalt stören, die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und Organe schädigen.

Die aktuelle Greenpeace-Meereskampagne fordert ein Verbot von Mikrokunststoffen in Produkten, die in die Umwelt gelangen können. Die unabhängige Umweltschutz-Organisation hatte im April gezeigt, dass die konventionelle deutsche Kosmetikindustrie breit Mikrokunststoffe einsetzt, sich aber Mikroplastik-frei nennt. Schöttner hält das für eine Verbrauchertäuschung: "Verbraucher haben ohne Vorwissen keine Chance, umweltschädliches Plastik in Kosmetik zu vermeiden." Sie rät deshalb zu zertifizierter Naturkosmetik, diese ist immer frei von Mikrokunststoffen.

Quelle: Greenpeace e.V. (ots)

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