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Woody Allen: "Ich hasse Dreharbeiten"

Archivmeldung vom 23.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Woody Allen (Allen Stewart Konigsberg)  Bild: David Shankbone / de.wikipedia.org
Woody Allen (Allen Stewart Konigsberg) Bild: David Shankbone / de.wikipedia.org

Star-Regisseur Woody Allen, 76, bringt gerade seinen 44. Film ("To Rome With Love" in die Kinos - zufrieden ist er aber immer noch nicht. "Ich rechne niemals damit, dass irgendeiner meiner Filme ein Erfolg wird", sagt er in der aktuellen Ausgabe des Magazins BRIGITTE (Ausgabe 19/12). "Ich denke nach jeder Premiere: Ach, vergiss das Ding, ich mache einen neuen, der wird dann richtig gut. Und wenn der dann fertig ist, denke ich, oh, Entschuldigung, der war ein Versehen, ich mache schnell einen besseren Film. Wenn ich meine Filme anschaue, fühle ich mich wie ein Chefkoch, der den ganzen Tag eine Mahlzeit gekocht hat. Ich schneide und hacke und würze, und dann sehe ich das Ergebnis und denke: Ich will das nicht essen. Ich sehe immer nur, was ich falsch gemacht habe."

An den von ihm geschriebenen Drehbüchern liege es nicht, dass er so unzufrieden sei mit seinen Werken. "Wenn ich das Buch fertig habe, bin ich im Grunde mit dem ganzen Projekt fertig. Am liebsten würde ich dann sofort das nächste Skript schreiben. Das geht aber leider nicht. Also verbringe ich ein Jahr damit, einen Film zu drehen, der mich eigentlich schon gar nicht mehr interessiert. Ich hasse Dreharbeiten. Das frühe Aufstehen. Und dann sind da der Kameramann und die Schauspieler, und alle wollen etwas von dir. Es ist eine einzige Katastrophe."

Seine seelische Verfassung: "Ich finde immer noch, dass das Leben grauenvoll ist. Man kann aber sagen: Ich bin glücklich in einem schrecklichen Kontext. Ich bin jetzt 15 Jahre verheiratet und habe zwei Töchter mit Soon-Yi, alles ist also ziemlich gut gelaufen für mich. Ich hatte Glück, denn ich kann schreiben und Leute zum Lachen bringen. Sonst wäre ich wohl ein obdachloser Penner geworden. Ich wurde aus dem College geschmissen, habe keine besonderen Fähigkeiten, bin nicht gebildet. Ich hätte mich wahrscheinlich mit Gelegenheitsjobs als Kellner oder Taxifahrer durchschlagen müssen, so wie mein Vater. Aber durch meine Filme habe ich immer mehr Geld verdient, als mir eigentlich zusteht."

Im Showbusiness, so Allen, "verdienen wir viel zu viel. Ich verstehe nicht, warum ein Schauspieler 25 Millionen Dollar mit einem Film verdient und ein Lehrer, der jeden Tag hart arbeitet, viel weniger kriegt. Das ist nicht fair."

Quelle: Gruner+Jahr, BRIGITTE (ots)

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