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Richard David Precht wirft Peter Sloterdijk in der Flüchtlingsdebatte Nazi-Jargon vor

Archivmeldung vom 13.02.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.02.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Richard David Precht 2011 in Frankfurt am Main.
Richard David Precht 2011 in Frankfurt am Main.

Foto: Dontworry
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Philosoph Richard David Precht hat seinem Kollegen Peter Sloterdijk in der Flüchtlingsdebatte Nazi-Jargon vorgeworfen. Begriffe wie "wohltemperierte Grausamkeit" klängen für ihn "nach Rudolf Höß", sagte Precht dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Höß war Kommandant des Vernichtungslagers Auschwitz. "Leute wie Peter Sloterdijk oder Slavoj Zizek spielen die Rolle des Philosophen als Enfant Terrible. Die provozierende These, das verstörende Wort ist Teil ihres beruflichen Selbstverständnisses", sagte der Bestsellerautor. So müsse man es begreifen, wenn Sloterdijk jetzt davor warne, dass wir von der Flüchtlingswelle überrollt würden. Von Sloterdijk verwendete Begriffe wie territorialer Imperativ oder eben wohltemperierte Grausamkeit im Umgang mit Flüchtlingen würde er - Precht - "nie benutzen". Sloterdijk aber könne so etwas sagen, "weil er ästhetisch Gefallen daran findet, sich an der Reibungsenergie erfreut, die er erzeugt." Die Posen à la Sloterdijk und Zizek seien nach seinem Dafürhalten "alles Spielerei", so Precht weiter. Auf Kritik pflege Sloterdijk zu sagen, "ach, ihr habt das nicht richtig verstanden. So habe ich das doch alles nicht gemeint". Precht zeigte sich sicher, dass das "jetzt wieder so sein wird".

Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht schätzt Rotwein zur Inspiration

Zur Inspiration beim Schreiben trinkt der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht abends gern ein Glas Rotwein. "Für das Lustgefühl beim Schreiben, die Suche nach der pfiffigen Überschrift, dem originellen Einstieg" sei Wein "sehr förderlich", sagte Precht dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Bier hingegen sie zwar ein Durstlöscher im Sommer oder im Karneval, aber nicht inspirierend. Und Sekt halte er für überflüssig. "Von Champagner gar nicht zu reden. Saurer Sekt für ein Heidengeld - dieser ganze Kult ist mir völlig unbegreiflich." Precht machte seine Zunft, die Philosophen, dafür mitverantwortlich, dass den Sinnen, speziell dem Geschmacks- und Geruchssinn eine eher untergeordnete Bedeutung für die Urteilskraft zugemessen werde. "Von Ausnahmen abgesehen, ging der Hauptstrom der abendländischen Philosophie immer dahin, die Welt des Leibes und der Sinnlichkeit zu überwinden und in die Welt des Geistes und der Vernunft aufzusteigen", sagte Precht, der gerade Teil eins einer auf drei Bände angelegten Philosophiegeschichte vorgelegt hat. Die meisten spannenden Philosophen hätten ein furchtbar langweiliges Leben geführt, so Precht weiter. Was die Genussfreude betreffe, würde er beim antiken Philosophen Sokrates - den Porträtbüsten nach zu urteilen - "glatt auf einen Säufer tippen". Hingegen sei es ausgeschlossen, sich den Aufklärer Immanuel Kant mit seinem "Pünktlichkeitsfimmel" weinselig oder betrunken vorzustellen, meinte Precht.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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