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Sänger Clueso im Interview über seinen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik: "Ich war einfach nur auffällig."

Freigeschaltet am 24.09.2021 um 06:30 durch Sanjo Babić
Bild: Marzena Skubatz Fotograf: Marzena Skubatz
Bild: Marzena Skubatz Fotograf: Marzena Skubatz

Clueso ist einer der bekanntesten Popmusiker Deutschlands. Acht Alben hat er bislang herausgebracht, die sich insgesamt rund zwei Millionen Mal verkauft haben. Im Titelinterview mit DB MOBIL, dem Kundenmagazin der Deutschen Bahn (Ausgabe Oktober, EVT 24.9.2021), bezeichnet sich der Sänger als hyperaktiv - eine Diagnose, die ihm bereits als Heranwachsender gestellt wurde.

Clueso  weiter: "Ich bin überall angeeckt, aber keiner hat gecheckt, dass da eine Energie ist, die kanalisiert werden wollte, und ich nur das Ventil nicht gefunden habe. Ich hätte Lehrer gebraucht, die mir zuhören, die Ideen haben, was ich machen könnte. Stattdessen war ich einfach nur scheiße auffällig und bin irgendwann in eine Klinik gekommen." Sechs Wochen habe er in einer psychiatrischen Kinderklinik verbringen müssen, bis seine Eltern ihn herausgeholt haben.

Im Interview spricht Clueso außerdem über die Freiräume, die er als Kind genossen hat. Als die Mauer im November 1989 fiel, war er - als Thomas Hübner in Erfurt geboren - neun Jahre alt. Für ihn sei die Zeit danach toll gewesen: "Die Erwachsenenwelt war krass mit sich beschäftigt, sogar die Polizei hatte anderes zu tun, als auf uns zu achten. Auf einmal war die ganze Stadt ein einziger Spielplatz", berichtet der 41-Jährige gegenüber DB MOBIL.

Seine musikalische Laufbahn begann Clueso als Rapper - was ihn im Ostdeutschland nach der Wende mitunter zur Zielscheibe gemacht hat, erzählt er im Interview. "Es war in den ostdeutschen Innenstädten überhaupt kein Problem, als Neonazi aufzutreten - Shirts mit Logos von rechten Bands oder von Marken wie Thor Steinar und Lonsdale, Springerstiefel, weiße Schnürsenkel. Und wir Hip-Hopper sind dann von den Nazis durch die Stadt gejagt worden."

Schon früh war Cluesos Ventil die Musik. Auch wenn der Erfolg anfangs ausblieb: "Viele Jahre wollte mich keiner hören. Damals habe ich gedacht, dass die da draußen alle doof sind. Dass die meinen Style nicht checken, dass die da oben mir keine Chance geben, dass die Plattenfirmen keinen Geschmack haben."

Quelle: TERRITORY (ots)

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