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Regisseur André Erkau über die Bedeutung des Zigarettenrauchens im Film

Archivmeldung vom 02.02.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.02.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Günter Havlena / pixelio.de
Bild: Günter Havlena / pixelio.de

106 Zigaretten und 61 Drinks: In Filmen wie "Casablanca" (1942) war exzessives Rauchen und Trinken ein probates dramaturgisches Mittel, um Männlichkeit und Attraktivität auszudrücken. Heute werde Rauchen im Film verantwortungsvoller eingesetzt, sagt der Regisseur und Drehbuchautor André Erkau im Interview mit dem Tablet-Magazin "Apotheken Umschau elixier".

"Aber es ist eine falsch verstandene politische Korrektheit, dass man Dinge, die nicht gesund oder gut sind, völlig ausklammert. Wir wollen die Zuschauer nicht entmündigen, sondern ernst nehmen." "Rauchen war so lange verschwunden aus Filmen und Serien, auch weil man als Raucher nicht mehr attraktiv für weibliche Zuschauer war", sagt Erkau. Heute müsse man es bei Redaktionen bisweilen durchkämpfen, dass ein Protagonist aus dramaturgischen Gründen zur Zigarette greift. Für die Rolle der kettenrauchenden Staatsanwältin im Münsteraner Tatort "Schwanensee" (gespielt von Mechthild Grossmann) war der Glimmstängel jedoch unverzichtbar. "Wir konnten über die E-Zigaretten zumindest andeuten, dass sie Wege sucht, ihre Nikotinsucht einzudämmen", erklärt Erkau, der bei der meistgesehenen Sendung des Jahres 2015 Regie führte. Die Wahl der Rollenklischees für Krimi-Figuren hat sich nach Meinung von Erkau verändert: "Früher waren die 'bösen Jungs' fast ausschließlich kettenrauchende, schwerbewaffnete Monster. Heutzutage werden sie öfter mal als nette Teetrinker von nebenan dargestellt. Das gefällt mir. Dadurch ist das Böse nicht mehr so abstrakt, sondern deutlicher ein Teil unserer unmittelbaren Welt."

Quelle: Wort & Bild Verlag - Apotheken Umschau elixier (ots)

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