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Die amerikanische Bestsellerautorin Angie Thomas: Wir haben "ein Problem in der Verlagsbranche"

Archivmeldung vom 21.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Angie Thomas (2017), Archivbild
Angie Thomas (2017), Archivbild

Foto: Slowking4
Lizenz: GFDL 1.2
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die amerikanische Bestsellerautorin Angie Thomas beklagt im Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT Klischees in der Verlagsbranche. Sie selbst sei inzwischen in einer Position, in der sie schreiben könne, was sie wolle, "irgendjemand wird es schon drucken". Aber ohne den Erfolg Ihres Debüts, "The Hate U Give", glaubt Thomas, wäre das sicher nicht möglich.

"Das sehe ich an all meinen schwarzen Autorenkollegen, die nicht Angie Thomas heißen. Wir haben hier immer noch ein Problem in der Verlagsbranche. Lange Zeit gab es kaum schwarze Autoren. Nun dürfen wir schreiben, aber viele von uns haben den Eindruck, nur die eine Art von Geschichten."

Außerdem fordert die Schriftstellerin aus Mississippi eine neue Form von Männlichkeit. So ist in ihrem neuen Buch erstmals ein Junge der Held, einer, der dealt und kifft und gleich zwei Mädchen schwängert, dann aber Verantwortung übernimmt. Das Hineindenken sei neu für sie gewesen, sagt Thomas, und sie habe dabei zum ersten Mal verstanden, "wie schädlich bestimmte Männlichkeitsvorstellungen sind. Etwa diese simple Idee, dass Jungs nicht weinen dürfen. Warum geben wir ihnen das Gefühl, Verletzlichkeit sei eine Schwäche? Gerade schwarze Jungs müssen weinen dürfen, sie müssen lernen, Schwäche zu zeigen. Das ganze Männer-Machotum ist Gift. Dagegen schreibe ich an". Angie Thomas wurde mit Romanen zum Weltstar, in denen sie ihren Alltag als schwarze junge Frau verarbeitet. In diesen Tagen erscheint ihr drittes Werk, "Concrete Rose".

Quelle: DIE ZEIT (ots)

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