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Reporter, der 2016 über das "Clinton-Treffen auf dem Rollfeld" berichtete, tot aufgefunden

Archivmeldung vom 18.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Sky Harbor International Airport in Phoenix (Symbolbild)
Sky Harbor International Airport in Phoenix (Symbolbild)

Foto: aeroprints.com
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

2016 wurde ein Treffen zwischen Bill Clinton und der damaligen US-Justizministerin bekannt. Dies erweckte den Anschein von Einflussnahme in der E-Mail-Affäre um Ehefrau Hillary. Der Journalist, der darüber berichtet hatte, nahm sich nun das Leben, wie es offiziell hieß. Dies berichtet das Magazin "RT DE".

Weiter berichtet RT DE: "Der Reporter des US-amerikanischen Internetportals abc3340.com Christopher Sign wurde am vergangenen Sonntag tot in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama aufgefunden, wie verschiedene US-Medien berichten. Sign hatte im Jahr 2016 überregionale Bekanntheit erlangt, als er über das sogenannte "Treffen auf dem Rollfeld" zwischen dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton und der damaligen US-Justizministerin Loretta Lynch berichtet hatte.

Dieses Treffen fand inmitten der sogenannten E-Mail-Affäre um Clintons Frau Hillary statt, die zu diesem Zeitpunkt kurz vor der offiziellen Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten stand. Wie bekannt geworden war, hatte sie während ihrer Zeit als US-Außenministerin für dienstliche E-Mails einen privaten, nicht sicheren Server genutzt. Zudem hätten einige der später darauf entdeckten E-Mails sicherheitsrelevantes Material beinhaltet. Die Republikaner hatten die Affäre zum Anlass genommen, Clintons professionelle wie moralische Eignung als Präsidentin des Landes in Frage zu stellen. Die Einleitung von Ermittlungen gegen Clinton wegen "grober Fahrlässigkeit" stand im Raum.

In genau dieser Situation traf sich Ehemann Bill mit der damaligen Justizministerin Lynch. Die beiden kennen sich viele Jahre. Das Treffen fand unter etwas sonderbaren Bedingungen statt. Clinton und Lynch waren beide mit dem Flugzeug unterwegs gewesen. Während ihre Maschinen auf dem Rollfeld des Flughafens von Phoenix im US-Bundesstaat Arizona parkten, besuchte Clinton die Ministerin in ihrer Maschine.

Die Republikaner warfen den Clintons daraufhin vor, Einfluss auf die Ermittlungen nehmen zu wollen. Donald Trump behauptete gar, das Treffen sei "wahrscheinlich von Hillary initiiert und gefordert" worden. Auf Twitter schrieb er damals: "Glaubt wirklich jemand, dass das Treffen ein bloßer Zufall war?" Lynch sah sich daraufhin veranlasst, ihre Unparteilichkeit zu betonen. Ihre Begegnung mit Bill Clinton habe "keinen Einfluss" auf die Art und Weise, wie über die Konsequenzen der E-Mail-Affäre entschieden werde, sagte sie nach Bekanntwerden des Treffens. Sie habe mit dem früheren Präsidenten unter anderem über seine Enkel und seine Reisen geredet.

Doch nur wenige Tage später kündigte der damalige FBI-Chef James Comey an, dass man keine Anklage gegen Hillary Clinton erheben werde – und zwar kurz nachdem im internen Sprachgebrauch das Verhalten Clintons von "grob fahrlässig" auf "sehr nachlässig" geändert worden war. "Grobe Fahrlässigkeit" ist ein juristischer Kunstbegriff im Strafrecht, der oft mit Rücksichtslosigkeit oder äußerster Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen gesetzlichen Pflicht, der Sicherheit anderer oder deren Rechten verbunden ist. "Sehr nachlässig" ist dagegen kein juristischer Fachbegriff.

In diesem Zusammenhang war auch ein Kernargument aus dem FBI-Bericht getilgt worden, der zur Einschätzung über die Notwendigkeit einer Anklageerhebung gegen Hillary Clinton herangezogen werden sollte. So war im ursprünglichen Entwurf noch von der "bloßen Menge" an Material auf Clintons Server die Rede gewesen, was die Schlussfolgerung unterstützte, dass es sich eben nicht um Einzelfälle, sondern um "grobe Fahrlässigkeit" im Umgang mit Informationen gehandelt habe.

Sign hatte über das Treffen auf dem Rollfeld berichtet und damit in der Folge womöglich dazu beigetragen, dass Clinton nicht ins Weiße Haus einzog. Der Journalist hatte im letzten Jahr von "ernsthaften" Morddrohungen gegen ihn gesprochen. Auch seien seine Kreditkarten manipuliert worden, und für Gespräche mit seinen Kindern habe er Codewörter vereinbart. Sign starb im Alter von 45 Jahren. Offiziell hieß es, er habe Selbstmord begangen.

Quelle: RT DE

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