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Maybrit Illner kritisiert Kommunikation der Bundesregierung

Archivmeldung vom 10.05.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.05.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Maybrit Illner (2016)
Maybrit Illner (2016)

Von Metropolico.org - Maybrit Illner, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51152530

Die Fernsehmoderatorin Maybrit Illner hat, mit Blick auf die Wahlerfolge der AfD, Kritik an der Kommunikation der Bundesregierung geübt: "Die Große Koalition hat es versäumt, zu kommunizieren", sagte Illner der "Zeit". Die Bundeskanzlerin habe "die entscheidende Rede zur Flüchtlingskrise ein Jahr zu spät gehalten. In einer Krise darf man erst recht nicht die Kommunikation mit den Menschen einstellen, weil man sie sonst verliert.

Merkel hat die Flüchtlingskrise mit der Wiedervereinigung verglichen! Dann kann man nicht so kleine Schritte machen". Die ZDF-Moderatorin geht mit gemischten Gefühlen in das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz, welches sie gemeinsam mit drei anderen Moderatoren am 3. September bestreiten wird.

Auf die Frage, ob das Duell für sie ein Traum oder ein Albtraum sei, sagte Illner: "Eher Letzteres, aber es ist eine interessante Konstellation, weil Angela Merkel nicht so weitermachen kann wie bisher und Martin Schulz neu in dieser politischen Arena ist." Illner warnte davor, TV-Formate mit Erwartungen zu überfrachten: "Ein Fahrrad ist toll, aber niemand würde verlangen, dass ein Fahrrad fliegt. Eine Talksendung kann nicht investigativ oder reportagig sein. Aber sie kann authentisch sein, klar, argumentativ und streitbar.

Und ein Duell soll zeigen, welche Pläne, welche Idee, welche Vorstellung von Deutschland der eine oder der andere Kanzler hätte." Den AfD-Politiker Björn Höcke würde Illner "heute nicht mehr einladen". Diskussionen mit AfD-Politikern seien meistens "destruktiver, weil erst ewig gestritten werden muss, wer was tatsächlich gesagt hat, um dann das unpraktikable bis inakzeptable Politikangebot der AfD zu diskutieren".

Sie sei aber durchaus der Meinung, dass Rechtspopulisten "dekonstruierbar" seien. "Wer das will, der muss sich nur noch besser vorbereiten, als dies in der Vergangenheit manchmal der Fall war", so Illner. Die etablierte Politik hinterlasse "eine Leerstelle, wenn sie vor lauter Empörung das Argumentieren und Kämpfen" vergesse, so Illner. Die AfD sei "gewählt worden, und sie hat offensichtlich erfolgreich in ein schwarzes Loch hineingearbeitet, das die etablierte Politik hinterlassen hat", so die Moderatorin.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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