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Mesale Tolu: "Im Gefängnis habe ich zum ersten Mal gespürt, dass Frauen sich wirklich stärken können"

Freigeschaltet am 03.01.2019 um 06:30 durch Andre Ott
Bild: EMOTION
Bild: EMOTION

Mesale Tolu gewann im Juni 2018 den EMOTION.award als "Frau der Stunde" - für ihren Einsatz für die Meinungs- und Pressefreiheit und für ihren Mut. Den Preis konnte sie nicht entgegennehmen. Zu der Zeit saß die Journalistin noch in türkischer Untersuchungshaft. "Die acht Monate haben mich gestärkt. Und emotional verändert. Ich war sehr introvertiert", sagt die 34-Jährige im Interview mit dem Frauenmagazin EMOTION.

"Aber gerade im Gefängnis habe ich dann viele Frauen kennengelernt, die mir gezeigt haben, dass es eigentlich nur positive Auswirkungen hat, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und über sie zu sprechen", so die gebürtige Ulmerin, die sich 2007 ausschließlich für die deutsche Staatsbürgerschaft entschied.

Obwohl Tolu die Willkür der türkischen Justiz am eigenen Leib erfahren hat, sagt sie: "Ich bin kein Opfer - im Gegenteil". Die Zeit ihrer Gefangenschaft hat ihr die Augen geöffnet: "Zum ersten Mal habe ich gespürt, dass Frauen sich wirklich stärken können. Ohne Konkurrenz und Eifersucht. Frauen können einander nämlich unterstützen, wenn alle das gleiche Anliegen haben." Die Journalistin hatte bereits über Frauenbewegungen in der Türkei berichtet und Demonstrationen mitverfolgt - "das war allerdings sehr theoretisch. Ab dem Zeitpunkt meiner Verhaftung waren dann immer Frauen an meiner Seite: die Anwältinnen, Mithäftlinge und Frauen, die mir Briefe geschrieben haben", berichtet die EMOTION.award-Preisträgerin (www.emotion.de/award).

So mutig wie jetzt ist Mesale Tolu nicht immer gewesen: "Wenn es darum geht, mutig bei Entscheidungen zu sein, dann nicht. Ich war immer sehr schüchtern. Auch wenn es darum ging, meine Haltung offen zu zeigen - ich habe mich nicht nach vorne gewagt. Aber ich glaube, die Barriere ist jetzt gebrochen."

Der Prozess in der Türkei steht noch aus. "Ich bin gelassen, weil ich weiß, dass das Urteil ein politisches sein wird. Es gab von Anfang an willkürliche Entscheidungen. Klar würde es mich in meiner Seele verletzen, verurteilt zu werden. Aber ich versuche, es nicht zu hart zu nehmen", sagt Tolu im EMOTION-Interview.

Quelle: EMOTION Verlag GmbH (ots)

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