Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Medien Redakteure fallen auf Twitter-Fake-News herein

Redakteure fallen auf Twitter-Fake-News herein

Archivmeldung vom 01.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Twitter als Nachrichtenquelle in der Kritik.
Twitter als Nachrichtenquelle in der Kritik.

Bild: Con Karampelas, unsplash.com

Twitter verleitet Journalisten dazu, besonders provokativen Sensationsmeldungen hinterherzulaufen, die sich oft im Nachhinein als unwahr oder völlig überzogen herausstellen. Mit dieser kritischen Einschätzung sorgt David Von Drehle, Kolumnist der "Washington Post", für Diskussionen in den US-Nachrichtenredaktionen. Viele seiner Kollegen würden den Mikroblogging-Service mittlerweile bewusst meiden, um nicht auf "Fake News" hereinzufallen. Andere bekommen von ihren Chefs eine Twitter-Auszeit vorgeschrieben, um sich wieder mehr auf traditionelle Recherchemethoden zu konzentrieren.

"Crystal Meth der Redaktionen"

"Twitter ist das Crystal Meth der Nachrichtenredaktionen", so Von Drehle in der jüngsten Ausgabe seiner Kolumne. Während es für Journalisten noch vor einigen Jahren ganz normal gewesen sei, sich zum Aufspüren interessanter Storys ans Telefon zu setzen und Infos zu einzuholen, würde man sich hierfür heute vielerorts einfach auf das ständige Mitlesen der aktuellsten Twitter-Meldungen verlassen. Doch diese seien meist nichts anderes als "flüchtige Sensationen, kurzzeitige Aufreger, falsche Eindrücke und provokative Verzerrungen", betont Von Drehle.

"Vielleicht ist das konstante Twitter-Monitoring gerade in einer Zeit, in der sogar der US-Präsident diese Seite als primären Kommunikationskanal versteht, besonders verführerisch. Journalisten verbringen heute aber eindeutig zu viel Zeit in der virtuellen Welt und vernachlässigen dafür die reale", meint auch Farhad Manjoo, Kolumnist der "New York Times". Das Mikroblogging-Portal sei "das gefährlichste soziale Netzwerk der Welt". "Ob Falschmeldungen oder übertrieben dargestellte Meinungen - für Journalisten kann auf Twitter vieles schiefgehen", so Manjoo.

Twitter-Auszeit für Mitarbeiter

Natürlich weisen einige Experten darauf hin, dass man es sich gerade in der heutigen Zeit als Journalist kaum leisten könne, Twitter als Nachrichtenquelle zu ignorieren. "Journalisten sollten nach jeder verfügbaren Möglichkeit Ausschau halten, um einen besseren Einblick in die Öffentlichkeit zu bekommen. Wenn man sich von Twitter lossagt, heißt das auch, sich von einer potenziell wertvollen News-Ressource abzuschneiden", erklärt etwa Jeff Jarvis, Mitbegründer des Magazins "Entertainment Weekly".

Nichtsdestotrotz ist man in manchen US-Medien bereits dazu übergegangen, den Mikroblogging-Dienst zumindest kurzzeitig aus der eigenen Redaktion zu verbannen. Ein Beispiel hierfür ist etwa das Newsportal "Insider". Die dortige Chefredakteurin Julie Zeveloff West hat ihren Mitarbeitern nun während der Arbeit eine Woche lang den Zugriff auf Twitter verboten. "Ich möchte sie dadurch ermutigen, ihre Geschichten auf andere Weise zu finden", rechtfertigt sie die Aktion.

Quelle: www.pressetext.com/Markus Steiner

Videos
Dr. Larry Palevsky am 19. Februar 2020 vor dem Ausschuss für öffentliche Gesundheit in Connecticut
Dr. Larry Palevsky: Aluminium Nanopartikel in Impfstoffen
Inelia Benz - Was uns 2021 erwartet!
Inelia Benz - Was uns 2021 erwartet!
Termine
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:
Schreiben Sie bitte hefei in folgendes Feld um den Spam-Filter zu umgehen

Anzeige