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Bestsellerautor Henning Mankell über Flüchtlingsschicksale

Archivmeldung vom 26.09.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.09.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Henning Mankell in New York, 2011.  Bild: David Shankbone / de.wikipedia.org
Henning Mankell in New York, 2011. Bild: David Shankbone / de.wikipedia.org

Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell und Bestsellerautor sagt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.-über die Flüchtlinge in der Realität und in seinem Werk: "Ich glaube, dass es in Europa viel Heuchelei in der Art gibt, wie die Flüchtlinge gezählt werden. Auf fünfhundert Einwohner kommt hier vielleicht ein Flüchtling, das ist sehr wenig. Die meisten Flüchtlinge gehen von einem armen Land in ein anderes. Es ist also schon geheuchelt, wenn man sagt, wir würden von Flüchtlingen geflutet - das werden wir nicht."

Über seine eigenen Gespräche mit Flüchtlingen: "Während des Bürgerkrieges in Mosambik bin ich vielen Flüchtlingen begegnet, bei denen man sofort merkte, dass sie überlegen, was sie mir am besten erzählen könnten, damit ich ihnen helfe. (...) Ich finde das ganz natürlich - dass man lügt, wenn man um sein Leben fürchtet. Es wäre sogar dumm, dann nicht zu lügen."

Über die Herausforderungen für Europa: "Wir leben in einer Welt der Flüchtlinge, so ist es eben. Und wir erleben jetzt erst den Anfang. Wir werden bald die Klimaflüchtlinge kommen sehen. Ich lebe vielleicht nicht mehr lange genug, um das zu erleben, aber es wird kommen."

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung (ots)

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