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Vorwürfe gegen NDR Landesfunkhaus Schleswig-Holstein: Prüfgruppe legt Bericht vor

Archivmeldung vom 27.09.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.09.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Verwaltung und Hörfunk des NDR in Hamburg-Harvestehude
Verwaltung und Hörfunk des NDR in Hamburg-Harvestehude

Foto: User:Wmeinhart
Lizenz: GFDL 1.2
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die interne Aufarbeitung zu den Vorwürfen gegen das NDR Landesfunkhaus Schleswig-Holstein ist abgeschlossen. NDR Intendant Joachim Knuth hatte die Prüfung in Auftrag gegeben; Carsten Löding (Redaktionsleiter der Hauptnachrichtensendung "NDR Info 21:45") und Thomas Berbner (Redaktionsleiter ARD-Zulieferung) legten heute, 27. September 2022 ihren Bericht vor.

Die beauftragten Journalisten konnten keine Belege für einen "politischen Filter" im Landesfunkhaus Schleswig-Holstein finden. Darüber hinaus gab es im Ergebnis der Prüfung bei der Recherche zu Verschickungskindern und der Rolle des DRK keine journalistisch unbegründeten Eingriffe durch die Redaktionsleitung, es wurden keine journalistischen Prinzipien verletzt.

Die Prüfung identifiziert als wesentliches Problem in einigen Bereichen des Landesfunkhauses Schleswig-Holstein ein Redaktionsklima, das in Teilen von mangelnder Kommunikation und fehlendem Vertrauen geprägt ist. Das Team arbeitete unabhängig und führte vom 6. September an 66 persönliche ausführliche Gespräche, telefonische Befragungen und Videoschalten und wertete sechs schriftliche Stellungnahmen aus.

NDR Intendant Joachim Knuth: "Diese interne Aufarbeitung liefert keine Hinweise darauf, dass im Landesfunkhaus Schleswig Holstein journalistische Prinzipien verletzt wurden. Sie zeigt, dass die erhobenen Vorwürfe in Teilen haltlos sind. Sie zeigt aber auch, dass wir dringend einen kulturellen Wandel in Führung und redaktionellem Miteinander brauchen, um Vertrauen zurückzugewinnen."

Thomas Berbner: "Wir haben im Landesfunkhaus Schleswig-Holstein keine Belege für einen angeblichen 'politischen Filter' gefunden. Es gab einzelne Entscheidungen, die auch wir im Nachhinein kritisch sehen. Aber selbst in der Redaktion hat eine große Mehrheit mit diesem Begriff gar nichts anfangen können. Die Debatte dazu hat das Redaktionsklima im Landesfunkhaus schwer belastet."

Im Mittelpunkt der Aufarbeitung standen Vorwürfe zu einer Recherche über Verschickungskinder und der Rolle des DRK, zu einem abgesagten Interview mit dem früheren schleswig-holsteinischen Innenminister Hans-Joachim Grote und der pauschale Vorwurf, die NDR Berichterstattung aus Kiel sei nicht unabhängig.

In den einzelnen Punkten hat die Aufarbeitung folgende Ergebnisse geliefert:

- Bei der Recherche zu Verschickungskindern und der Rolle des DRK gab es keine journalistisch unbegründeten Eingriffe durch die Redaktion. Es war von den verantwortlichen Redakteuren nicht beabsichtigt, das DRK aus der Berichterstattung herauszuhalten oder Recherchematerial an das DRK weiterzugeben.

Carsten Löding: "Bei dieser Recherche gab es viele Defizite, aber die jetzt öffentlich erhobenen Vorwürfe gehen am Sachverhalt vorbei. Zwei verantwortliche Redakteure kamen zu einer unterschiedlichen Einschätzung der Recherchelage, die den Autoren nicht angemessen kommuniziert wurde. Hier ist eine Recherche schief gegangen, aber weder sollte das DRK geschützt werden noch sollte Recherchematerial weitergegeben werden."

- Im Fall des abgesagten Interviews mit dem früheren schleswig-holsteinischen Innenminister Hans-Joachim Grote liefert der Prüfbericht die gleiche Einschätzung über den Programmkonflikt wie der Redaktionsausschuss des NDR. Das Landesfunkhaus habe häufig über politische Skandale berichtet. In diesem Fall habe es eine falsche Einschätzung eines journalistischen Themas gegeben. Das Interview hätte geführt werden sollen, um zu den Hintergründen des Rücktritts von Grote weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

- Keine Belege fanden die NDR internen Prüfer für einen "politischen Filter" im Landesfunkhaus Schleswig-Holstein. "Das heißt nicht, dass es nicht einzelne Entscheidungen zu tagespolitischen Fragen gab, die wir kritisieren", heißt es in dem Bericht. Ein so pauschaler Vorwurf müsse aber in einer genaueren Analyse der Berichterstattung der vergangenen Jahre vertiefend untersucht werden.

Carsten Löding: "Wir habe viele Gespräche geführt, um die strittigen Sachverhalte aufzuklären. Die Kolleginnen und Kollegen haben uns großes Vertrauen entgegengebracht, wir konnten dadurch feststellen, dass das wesentliche Problem in Teilen des Landesfunkhauses ein gestörtes Redaktionsklima ist."

Der NDR eigene Prüfbericht ist unabhängig von der noch ausstehenden externen Aufarbeitung des Sachverhalts, die vom NDR Landesrundfunkrat Schleswig-Holstein beauftragt ist.

Quelle: NDR Norddeutscher Rundfunk (ots)


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