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Anja Reschke: Früher keine Frauensolidarität erlebt

Archivmeldung vom 03.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: "obs/EMOTION Verlag GmbH/Kipling Phillips"
Bild: "obs/EMOTION Verlag GmbH/Kipling Phillips"

"Hast du auf deinem Karriereweg viel Frauensolidarität erlebt?", wollte EMOTION-Gründerin Kasia Mol-Wolf von der erfolgreichen Politikjournalistin Anja Reschke wissen. "Wenn ich das hart formulieren müsste, würde ich sagen: Nein", sagt Reschke. "Heute habe ich ganz tolle Frauen um mich herum, aber das war nicht immer so", erzählt die Moderatorin der ARD-Sendungen "Panorama" und "Zapp" im EMOTION-Gespräch (Heft 5/19 ab morgen im Handel, www.emotion.de).

Und die 46-Jährige ergänzt: "Es waren vor allem Männer in den Positionen, in denen man jemanden fördern kann. Ich glaube, dass es jetzt besser wird, weil wir mehr Frauen sind." Politikjournalismus galt lange als männlich. Reschke hat es trotzdem bis zur Leiterin der Innenpolitik beim NDR geschafft. Learnings? "Ich habe im Rahmen der Me-too-Debatte viel darüber nachgedacht. Mir ist nie was Schlimmes passiert. Aber wenn ich zurückblicke, finde ich es interessant, wie in Redaktionen immer logisch war, die Männer machen das Investigative. Dass das automatisch so war, hat ja auch immer damit zu tun, wer wen fördert. Im Nachhinein habe ich gedacht, Männer haben dann doch ihr Abbild gefördert. Aber da gibt es gerade einen totalen Break. Ich glaube, die Initiative Pro Quote (www.pro-quote.de) hat was bewegt", sagt Reschke.

Angesichts aller Fortschritte in der Überwindung alter gelernter Muster war Reschke überrascht, als ihre Tochter klagte, ihr fehlten Vorbilder für ihre Berufswahl. Anja Reschkes Antwort - "Entschuldige mal, wir haben eine Kanzlerin" - überzeugte die 14-Jährige nicht, das Mädchen entgegnete: "Aber guck dir die doch mal an: Die Frau Merkel, die hat nie Urlaub, sie sieht total fertig aus, die muss immer arbeiten und immer Deutschland dienen." Das hat die mehrfach ausgezeichnete Journalistin nachdenklich gemacht. "Ich habe mich schon oft gefragt, welches Bild haben meine Kinder von ihrer Mutter, wenn man nach Hause kommt und vielleicht genervt ist oder müde. Dass es anstrengend ist, Beruf und Familie zu vereinen, wissen wir doch alle. Aber wir müssen vor allem auch vermitteln, warum der Job Spaß macht. Dass auch Mütter gern arbeiten. Das ist total wichtig."

Dass sie ihren Beruf liebt, daran besteht bei Anja Reschke kein Zweifel. Einziger Schönheitsfehler: Er bindet sie auch an Hamburg. "Ich gebe es ehrlich zu, am liebsten würde ich doch in der der Nähe der Berge leben", sagt die gebürtige Münchnerin zu EMOTION. Und noch ein Geheimnis verrät sie: "Ich ziehe wahnsinnig gern hohe Schuhe an. Mit hohen Schuhen hat man sofort innerlich so eine Grandezza, man geht erhaben in einen Raum."

Quelle: EMOTION Verlag GmbH (ots)

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