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Unfalltod oder Mord: Verhindert der MDR die Aufklärung eigener Fehler?

Archivmeldung vom 19.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
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Drei Produktionen hat der MDR aus dem Fall eines 1986 mutmaßlich tödlich verunglückten Mosambikaners gemacht. Es sei ein von der Staatssicherheit vertuschter rassistisch motivierter Mord gewesen. Ein Historiker bestreitet diese These. Zu dieser Kritik schweigt der MDR bis heute. Dies berichtet das Magazin "RT DE".

Weiter berichtet RT DE: "Die Recherchen der Journalistin Anja Reich zum Todesfall eines mosambikanischen Vertragsarbeiters in der DDR im Jahr 1986 stehen im Widerspruch zu der Darstellung des Fernsehsenders MDR. Dieser hatte mehrere Beiträge zu dem Thema produziert und sich dabei auf eine Buchveröffentlichung gestützt.

Zum Hintergrund: Ein junger Mann aus Mosambik, der als Vertragsarbeiter in der DDR lebte, verunglückte mutmaßlich im Sommer 1986 auf einer Bahnfahrt in Brandenburg, damals Bezirk Potsdam. Er und seine Freunde, die in einem Sägewerk arbeiteten, waren guter Dinge und standen unter Einfluss von Alkohol. Manuel Diogo verpasste den Ausstieg, verließ den Zug auf freier Strecke und wurde – so die These – von einem anderen Zug erfasst. Sein Leichnam wurde von einem Lokführer gefunden, der bis heute von einem Unfalltod überzeugt ist.

2014 erwähnte der Historiker Harry Waibel den Tod des Mosambikaners in seinem Buch über "Rassismus in der DDR" und stellte ihn als Mord durch Neonazis dar. Waibel kommt aus dem Westen Deutschlands, versteht sich als Antifaschist und wollte die "Machenschaften der Staatssicherheit" aufdecken. Im Zeitraum von 2016 bis 2019 machte der MDR drei lange Beiträge aus dem Fall – einen TV-Film und zwei Dokumentationen. Diese liefen dort im Programm und wurden später auch auf 3sat und Arte gezeigt. 

2019 wies der Historiker Ulrich van der Heyden den MDR und Waibels Buchverlag jedoch darauf hin, dass es keine Anhaltspunkte für einen Mord gebe. Waibel und andere Autoren hatten von Manipulationen der Staatssicherheit gesprochen, die unmittelbar nach dem Unglück vorgenommen worden seien. Als van der Heyden keine zufriedenstellende Antwort erhielt, legte er Beschwerde beim Rundfunkrat und beim MDR ein. Diese reagierten mit einer Unterlassungserklärung.

Im Mai 2020 hatte die Linken-Abgeordnete im Brandenburger Landtag Andrea Johlige eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt und neue Ermittlungen gefordert. Daraufhin kündigte die Staatsanwaltschaft Potsdam an, den Fall neu zu prüfen. Die Behörde teilte im März 2021 mit, im Fall Diogo "weder Anhaltspunkte für ein Tötungsdelikt noch für Manipulationen" gefunden zu haben.

Der Fall spielte auch in einer Rundfunkratssitzung im Mai dieses Jahres eine Rolle. Reich hatte im September und im Juni in der Berliner Zeitung veröffentlicht. Der MDR gibt jedoch gegenüber der Berliner Zeitung keine weiteren Erklärungen ab. Anfragen Reichs an den TV-Sender werden zwar beantwortet, doch Teile der Antworten darf sie nicht veröffentlichen."

Quelle: RT DE

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