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Wem gehört ein großer Teil der deutschen Medien?

Archivmeldung vom 06.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: RainerSturm / pixelio.de
Bild: RainerSturm / pixelio.de

Die deutsche Medienlandschaft gilt allgemein als solide und vielfältig, sie ist demnach ein Vorzeigebeispiel pluralistischer Medienarbeit und der Konkurrenz verschiedener Verlage, so der verfestigte Glaube. Allerdings offenbart eine Analyse, wie der Bericht von N.Gerassimow beim russische online Magazin "Sputnik" zeigt, teils undurchsichtigen Verbindungen und dass ein großer Teil der deutschen Medienlandschaft genau drei Familien gehört.

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de
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Bild: Dieter Schütz / pixelio.de
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Weiter heißt es auf der deutschen Webseite: "Unabhängige und pluralistische Printmedien gelten als eine der Grundbedingungen für die Ausbildung einer demokratischen Gesellschaft und sind zugleich ein Indikator für die Qualität dieser Demokratie.

Bei der Unabhängigkeit ist zwischen zwei Arten zu unterscheiden – der Unabhängigkeit vom Staat und der Unabhängigkeit von einzelnen Privatpersonen, Familien oder Unternehmen. Vor allem bei dem zweiten Kriterium zeigen die deutschen Leitmedien allerdings eine erschreckende Gleichschaltung.

Denn bei einer genauen Nachforschung, wem die Nachrichtenblätter Deutschlands eigentlich gehören, wird ersichtlich, dass einen signifikanten Teil der überregionalen Print-, Online- und Fernsehmedien im Prinzip drei steinreiche und mächtige Familien besitzen.

Diese drei Familien – es mag übertrieben klingen, ist es aber nicht – stehen an der Wurzel der  Meinungsbildung in der Bundesrepublik.

Der Springer-Verlag

Der wohl bekannteste dieser Medienherrscherclans ist die Springer-Familie und ihr Axel-Springer-Verlag, einer der größten Verlagshäuser Europas. Über ihn kontrolliert die Springer-Familie nicht nur die bekannte sowie umstrittene „Bild“ – die reichweitenstärkste Tageszeitung Deutschlands mit über 1,6 Millionen verkauften Exemplaren, sondern auch alle ihre „Abwandlungen“, wie etwa die „Bild am Sonntag“, „Bild der Frau“, „Auto Bild“ und etliche andere.

Der Einflussbereich dieser Bild-Gruppe ist enorm, sie erreicht täglich Millionen Bundesbürger – ihr politischer Einfluss ist daher auch immens.

Gleichzeitig gehören der Springer-Familie aber auch andere Verlagsmarken, die beim Durchschnittsbürger nicht unbedingt mit dem Axel-Springer-Verlag assoziiert werden.

Besonders erwähnenswert wäre hier die überregionale Tageszeitung „Die Welt“, der wiederum über das Unternehmen WeltN24 GmbH der Nachrichtensender N24 gehört.

Somit hat die Springer-Familie über direkte und indirekte Unternehmensanteile einen gewaltigen Einfluss auf die Meinungsbildung der Bundesbürger im Print- und TV-Bereich – und zwar unter verschiedenen, voneinander scheinbar unabhängigen Medienmarken.

Familie Mohn und die Bertelsmann-Gruppe

Der zweite Medienclan ist die Familie Mohn, der der Bertelsmann-Verlag gehört. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist nicht weniger als eines der größten international tätigen Medienunternehmen der Welt.

Der Bertelsmann-Gruppe gehören solche weitreichende Nachrichtenblätter, wie der „Stern“, „Brigitte“ und auch über einen Umweg ein großer Teil vom „Spiegel“ – einem Medium, das lange Zeit auf den Ruf eines unabhängigen, journalistisch soliden und investigativen Nachrichtenjournals bauen konnte.

Nicht unwichtiger Exkurs zum Spiegel

Diese Unabhängigkeit des „Spiegel“ ist allerdings längst angebrochen, denn 25,5 Prozent des Verlags gehören rechtlich dem Hamburger Medienkonzern „Gruner + Jahr“, einer 100 Prozentigen Tochtergesellschaft der ebengenannten Bertelsmann SE & Co. KGaA. Der Anteil von über 25 Prozent bedeutet in diesem Zusammenhang einen erheblichen Einfluss bei grundlegenden Entscheidungen. Von absoluter journalistischer Unabhängigkeit kann da kaum mehr die Rede sein.

Bemerkenswerterweise gehört dem „Spiegel“ wiederum das Wirtschaftsblatt „Manager Magazin“, an dem ebenfalls die „Gruner + Jahr“ Anteile hat.

Daraus ergibt sich, dass die Bertelsmann-Gruppe sowohl über politische als auch über wirtschaftliche Fachjournale medialen Einfluss ausüben kann – nur eben auf einem vermeintlich höheren Niveau als die Bild-Gruppe.

Dass der „Spiegel“ nicht mehr so unabhängig ist, zeigen allerdings nicht nur die Besitzeranteile, sondern auch einige Personalien(wechsel) der letzten Jahre.

Im Jahr 2013 wurde Nikolaus Blome als Leiter des Hauptstadtbüros zum Mitglied der Chefredaktion des Nachrichtenmagazins. Das Brisante: Zuvor war er zwischen 2011 und 2013 stellvertretender Chefredakteur der „Bild“-Zeitung.

Ein Mitglied der Chefredaktion, das einfach zwischen der „Bild“ und dem „Spiegel“ wechselt?

Früher aufgrund der denkbar unterschiedlichsten Niveaus und politischen Ausrichtungen der beiden Blätter undenkbar – heute absolut möglich.

Doch es kommt noch bemerkenswerter. Nach zwei Jahren beim „Spiegel“ ging Blome wieder weg – und kehrte einfach zurück zur „Bild“. Fast schon als eine Randnotiz erscheint da der Befund, dass er zuvor auch noch als stellvertretender Chefredakteur der „Welt“ in Berlin gearbeitet hatte.

Eine konkurrierende Redaktions- und Qualitätspolitik verschiedener Medien ist in diesem Zusammenhang eher schwer vorstellbar, wenn einige Führungspersonalien ungestört zwischen den Verlagen hin und her wechseln.

Aber zurück zu Bertelsmann.

Neben den Printmedien besitzt die Bertelsmann-Familie zudem zahlreiche Sender im Privatfernsehen. So gehören der Bertelsmann Capital Holding GmbH 75,1 Prozent der gesamten RTL Group. Die Familie hat somit die Hoheit über die rund zwei Dutzend (!) reichweitenstärksten Privatsender des Landes mit insgesamt einem Millionenpublikum.

Damit kontrolliert die Familie Mohn nämlich nicht nur alle RTL-Sender, darunter etwa RTL, RTL II, der Kinder-Sender Super RTL, sondern auch weitere Medienanstalten, die man nicht sofort mit der RTL-Gruppe in Verbindung bringt. Beispielsweise befinden sich auch die beliebten Sender VOX und Nitro unter diesem Dach. Auch der angeblich „neutrale“ Nachrichtenkanal „n-tv“ wird zu 100 Prozent von der RTL-Group und damit von dem Bertelsmann-Konzern kontrolliert.

Doch die Bertelsmann-Gruppe kann ihren Einfluss in der Bundesrepublik nicht nur über ihre Medien ausüben. Der Bertelsmann SE & Co. KGaA gehört nämlich auch die namhafte Bertelsmann-Stiftung.

Diese macht unter anderem Studien, die politischen Entscheidungsträgern vorgelegt und auf deren Basis Gesetze ausgearbeitet werden. Teilweise sollen ganze Gesetzespassagen, wie etwa für das bekannte Hartz IV Gesetz, von der Bertelsmann-Stiftung geschrieben worden sein.

Damit hat die Familien Mohn also nicht nur erheblichen Einfluss auf die Willensbildung der Deutschen, sondern auch gleich auf die Innenpolitik der Bundesrepublik.

Familie Burda

Die dritte mächtige Medienfamilie ist schließlich die Burda-Familie und die von den dreien wohl öffentlich unbekannteste. Dennoch zählt die Gruppe „Hubert Burda Media“ gemessen am Umsatz zu den größten Medienunternehmen des Landes.

Ihr gehören solche vielgelesenen Medien wie etwa „Gala“, „Bunte“ und nicht zuletzt auch der „Fokus“ und „Fokus-Online“ – das Online-Nachrichtenportal mit der zweitgrößten Reichweite Deutschlands.

Die Burda-Familie punktet vor allem durch die Vielfalt der Angebote. Es sind Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender, Webseiten, Dienstleister und sogar eigene Auszeichnungen. Nach eigenen Aussagen bietet der Konzern rund 540 Medienprodukte in 23 Ländern an.

Der Umfang der Themen ist enorm. Angefangen bei Medienangeboten zu Technologien, wie etwa die Zeitschrift „Chip“, über Kinderangebote, wie etwa „Die drei???“, bis hin zu den ebengenannten Journalgiganten wie „Fokus“ oder „Bunte“. Auch die deutsche Auflage des legendären US-amerikanischen Männermagazins „Playboy“ gehört den Burdas.

Ebenfalls kontrolliert die Familie über die Hubert Burda Media Holding und ihr Tochterunternehmen Tomorrow Focus AG die deutschsprachige Ausgabe von Huffington Post , die alleine eine Reichweite von über vier Millionen Lesern im Monat hat.

Brisant ist aber nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit des Burda Verlages.

Bereits 1933 betonte Franz Burda Senior – der Begründer des Medienkonzerns, damals in der Form einer Druckerei – die nationalsozialistische Gesinnung seines Betriebs. Der Betrieb nahm eine aktive Rolle bei der „Arisierung“ während der NS-Zeit ein – 1938 konnte er eines der größten „nicht arischen“ Druckereiunternehmen billig aufkaufen.

An der Wurzel der Willensbildung der Bundesrepublik

Insgesamt zeigt das Bild der deutschen Medienlandschaft alles andere als pluralistische und voneinander unabhängige Nachrichtenquellen.

Die größten überregionalen Printmedien, die umsatzstärksten Online-Nachrichtenportale, zahlreiche private Fernsehanbieter und beliebte Internetseiten gehören insgesamt drei Familien.

Die Verbindungen über Tochterfirmen, Partnerorganisationen und undurchsichtige Beteiligungen sind teils nur schwer nachvollziehbar – und doch werden sie bei genauer Nachforschung offensichtlich.

Eine von der faktischen Monopolhaltung der drei Medienclans unabhängige Meinungsbildung ist für die Bundesbürger somit eigentlich nur über kleinere oder alternative Medien möglich."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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