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Film-Piraterie: Streaming hat Torrents verdrängt

Archivmeldung vom 03.08.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.08.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Piraten: Streamen viel nach Europa. Bild: Dieter Schütz, pixelio.de
Piraten: Streamen viel nach Europa. Bild: Dieter Schütz, pixelio.de

Streaming verdrängt auch unter Piraten Downloads und Torrents. Im Jahr 2015 haben fast drei Viertel aller Besucher von Film- und TV-Piraterieseiten Inhalte via Stream konsumiert, so das Datenschutz- und Marktanalyse-Unternehmen MUSO. Eine ähnlich überwältigende Mehrheit der Piraten nutzt demnach klassische Computer statt Smartphone oder Tablet.

In absoluten Zahlen die meisten Piraten gibt es nach Angaben gegenüber "TorrentFreak" zwar in den USA - gemessen an der Zahl der Internet-Nutzer haben jedoch europäische Länder die höchste Piraten-Dichte. Lettland, Bulgarien und Litauen liegen da ganz vorne.

Massenphänomen Streaming

Für den "Global Film & TV Piracy Market Insight Report 2016" hat MUSO den weltweiten Traffic auf den 14.000 größten Piraterie-Webseiten erfasst, mit insgesamt 141 Mrd. Besuchen von 200 Mio. Geräten. Auf den Bereich Film und TV sind 78,49 Mrd. Seitenbesuche entfallen, hier erwies sich Streaming auch in der Online-Schattenwelt als Massenphänomen. Denn 73,69 Prozent der Visits entfielen auf Streaming-Seiten, während Torrents mit 17,24 Prozent abgeschlagen auf Platz zwei landeten. Herkömmliche Download-Seiten liegen gar nur im einstelligen Bereich.

Bei der legalen Internet-Nutzung haben Smartphones und Tablets den klassischen Desktop bekanntlich in vielen Bereichen längst überholt - bei der Google-Suche beispielsweise im Mai 2015. Piraten dagegen bleiben dem klassischen Computer in hohem Maße treu. 72,07 Prozent aller Piraterie-Zugriffe entfallen laut MUSO auf Desktops, bei Torrents sind es sogar mehr als drei Viertel.

Große USA, aktive Europäer

Die größte Piraterie-Nation ist der Untersuchung zufolge die USA, mit einem Anteil von zwölf Prozent aller Besuche auf entsprechenden Webseiten. Allerdings gilt das nur in absoluten Zahlen. Berücksichtigt man, wie viele Internet-Nutzer es in einem Land gibt und welcher Anteil davon Piraterie-Angebote nutzt, finden sich die wahren Hochburgen in Europa. An der Spitze steht dann Lettland mit einem Piraten-Anteil von 46 Prozent.

In Sachen Piraterie-Dichte folgen auf den Plätzen Bulgarien, Litauen, Kroatien und Spanien. Außereuropäische Länder schaffen es nicht in die Top 10. Mit einer Piraterie-Rate von 16 Prozent ist - wenig überraschend - Australien die Piraterie-Hochburg des Rests der Welt, gefolgt von Israel. Selbst die Nordamerika-Krone in Sachen Piraten-Anteil an der Internet-Bevölkerung bleibt den USA verwehrt - mit immerhin elf Prozent Piraten-Rate haben hier die stereotypisch "braven" Kanadier die Nase vorn.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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