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Journalismus im Internet - Qualität kostet

Archivmeldung vom 05.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Wo steht der Onlinejournalismus heute aus Verlagssicht? Lassen sich mit ihm nur "lausige Pennies" verdienen, wie Hubert Burda unlängst äußerte, oder ist er ein profitables Geschäftsmodell, wie Matthias Döpfner öffentlich bekannt gab? Und wie lässt sich Qualitätsjournalismus im Internet bezahlen?

Diesen Fragen gingen auf einem Panel des Medientreffpunkts Mitteldeutschland die Chefredakteure von ZEIT online und stern.de, Wolfgang Blau und Frank Thomsen sowie Fried von Bismarck, Verlagsleiter des SPIEGEL, Thomas Wolf, Vertreter von T-Systems Multimedia Solutions und der Hamburger Medienwissenschaftler Hans J. Kleinsteuber nach.

Einigkeit herrschte bei allen Podiumsteilnehmern über zwei Punkte: Der Online-Journalismus befindet sich in der Aufbauphase, und die gedruckte Zeitung hat weiterhin mit sinkenden Anzeigeneinnahmen zu rechnen. Thomas Wolf, der für die Umsetzung der Online-Auftritte zahlreicher Zeitungsverlage verantwortlich ist, sagte: "Erfolg ist noch nicht da."

Wie man unter diesen Bedingungen Journalismus machen könne, der Qualitätsansprüchen gerecht werde, wollte Moderator Peter Lange wissen. " Nicht wuschig machen lassen von den kurzfristigen Diskussionen", forderte Thomsen. Blau machte klar, dass man Investieren müsse, auch wenn sich das für die Verlage auf kurze Sicht nicht rechne: "Wir haben gerade als einzige in Europa antizyklisch unsere Online-Redaktion vergrößert."

Medienwissenschaftler Kleinsteuber sagte, wenn man Qualität bieten wolle, müsse man dem Leser vermitteln, dass er dafür bezahlen habe: "Wenn ich es als Leser der Werbung überlasse, den Journalisten zu bezahlen, bekomme ich auch entsprechenden Journalismus." Als genretypisch beschrieb Kleinsteuber den Mangel an investigativem Journalismus im Netz: "Dafür ist das Medium zu schnell und die langsame Recherche zu teuer." Stern.de-Mann Thomsen widersprach. Die Datenskandale bei Lidl und bei der Deutschen Bahn, beides Geschichten des Stern, hätten Journalisten aus der Online-Redaktion aufgedeckt.

Wolfgang Blau fasste das Thema Qualitätsjournalismus im Internet griffig zusammen. Die Verlage schwankten zwischen "Autohypnose und Hysterie", Geld verdiene mit publizistischen Inhalten im Netz fast niemand - noch, denn: "Niemand weiß, wohin die Reise geht."

Quelle: Medientreffpunkts Mitteldeutschland

 

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