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Charly Hübner: "Wir haben den Fall der Mauer schlichtweg versoffen"

Archivmeldung vom 23.10.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.10.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Charly Hübner (2010)
Charly Hübner (2010)

Foto: Rainer Lück
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Man kennt ihn vor allem als harten Bullen Bukow aus der Krimi-Reihe "Polizeiruf". In Kürze zeigt sich Charly Hübner allerdings von einer anderen Seite. In der Tragikomödie "Bornholmer Straße" (6.11., ARD, 20 15 Uhr) spielt er den eigentlich linientreuen, braven Oberstleutnant der Grenztruppen Harald Jäger, der wegen einer Eigenmächtigkeit Geschichte schrieb. Jäger ist der Mann, der in der Nacht des 9. Novembers 1989 am Grenzübergang Bornholmer Straße ein Blutbad verhinderte, indem er ohne Befehl von oben den Schlagbaum öffnete und seiner Mitbürger in den Westen ließ.

Charly Hübner ist selbst in der DRR aufgewachsen. Beim Mauerfall war er 17 Jahre alt. Die dramatischen Ereignisse in der Nacht des 9. Novembers hat er allerdings nicht mitbekommen. Der Grund war eine Feier. "Wir Jungen im Ort planten für den 11.11.89 eine Art Verarschungs-Fassnacht", erzählt Hübner im stern-Interview, "mit satirischen Büttenreden und so. Und am 9. November war Generalprobe. Lief super. Ab 21 Uhr wurde Bier ausgeschenkt. Reichlich. Keiner guckte fern. Smartphones gab es noch nicht. Es wurde spät, und wir haben den Fall der Mauer schlichtweg versoffen." Erst am nächsten Morgen erfuhr Hübner, was geschehen war.

Im Interview spricht Hübner über seine Jugend in der DDR und die Stasi-Vergangenheit seines Vaters, von der Hübner erst bei einer gemeinsamen Autofahrt im Anschluss an die Premiere des Films "Das Leben der Anderen" erfahren hatte. Sein Vater "war erschüttert, hat geweint", sagt Hübner dem stern.

Mit der Wiedervereinigung hatte der Schauspieler zunächst Schwierigkeiten. "Der 3. Oktober war für mich kein Tag der Freude", erzählt Hübner. "Ich fand das war zu früh." Er habe damals von einem "dritten Weg" geträumt, von "wahrer Demokratie und sozial gerechtem Wirtschaften". Dem sei aber kein Zeitraum gestattet worden.

Quelle: Gruner+Jahr, stern (ots)

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