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"Wilsberg"-Antiquar Solder: Wert und Wertschätzung für antiquarische Bücher steigen

Archivmeldung vom 31.05.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 31.05.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Alte Bücher in der Bibliothek des Merton College (Symbolbild)
Alte Bücher in der Bibliothek des Merton College (Symbolbild)

Foto: Tom Murphy VII
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Antiquar Michael Solder betont den Stellenwert antiquarischer Bücher trotz des Trends zu Digitalität. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) sagte der Betreiber des Antiquariats in Münster, das als Schauplatz der ZDF-Krimiserie "Wilsberg" Berühmtheit erlangte: "Für Wissenschaften heute und für unsere Lesegewohnheiten markiert die Digitalität einen totalen Bruch."

Solder weiter: "Allerdings steigen gleichzeitig Wert und Wertschätzung für antiquarische Bücher. Solche Bücher haben eine Geschichte. Sie sind Individuen. Genau das können Datensätze niemals sein."

Solder sieht generell keine Ablösung des Buches. Es sei schon mit seiner Erfindung umstritten gewesen. "Der Abgesang auf das Buch ist auf jeden Fall falsch. Der ist so alt wie das Medium Buch selbst. Schon die Erfindung des Buchdrucks galt ja vielen Zeitgenossen als mediale Todsünde", sagte Solder weiter. Als Antiquar arbeite er ständig mit und im Internet. "Auf der anderen Seite bin ich dankbar dafür, bei alten Drucken auf Digitalisate zurückgreifen zu können, um die Auflage und andere Details von Büchern bestimmen zu können. Digitale Medien sind nicht das Ende, sondern nur eine Modulation in der Geschichte des Lesens", so Solder.

Der Münsteraner Antiquar hat jetzt seinen Angaben nach den ersten Podcast über antiquarische Bücher gestartet. Unter dem Titel "Rare Books - Care Looks" spricht er mit der Lyrikerin Sabine Scho über alte Bücher. Der Podcast sei als Reaktion auf die Lockdowns in der Corona-Pandemie entstanden. "Mich hat gleich zu Beginn die Absage der Leipziger Buchmesse sehr getroffen. Ich habe meinen Laden schließen müssen. Da sucht man nach neuen Projekten. Ich wollte nicht in Trübsinn verfallen, deshalb war die Begegnung mit dem neuen Medium des Podcasts sehr produktiv", berichtete Solder. In den ersten Folgen des Podcasts haben Solder und Scho unter anderem über Bücher von Immanuel Kant und Annette von Droste-Hülshoff gesprochen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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